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Das Siegener Stadtfest im 60er-Fieber mit "The Lords"

Das Siegener Stadtfest im 60er-Fieber mit "The Lords"

Von Markus Rinke

Swinging Sixties: Das waren kurze Röcke, weite Pullis und Frauen in Hosen. Und das war ganz neue Musik. Eine Gruppe spielte dabei in Deutschland eine besonders große Rolle. WDR 4 präsentierte am 16. Juni auf dem Siegener Stadtfest The Lords.

Stadtfest Siegen

Zwischen 1965 und 1969 hatten die Lords zwölf Titel in der deutschen Hitparade, sie gehörten damit zu den erfolgreichsten Bands der 60er Jahre.

Zwischen 1965 und 1969 hatten die Lords zwölf Titel in der deutschen Hitparade, sie gehörten damit zu den erfolgreichsten Bands der 60er Jahre.

Die Teenager kreischten, wenn die Lords auf die Bühne kamen. Heute sind sie gereifter, die Begeisterung bleibt. "Das verbinde ich mit meiner Jugend", sagt Helga Dirschus (r.)." "Ich habe mich gefreut, die Musik zu hören", ergänzt Freundin Helga Hruby.

The Lords werden in einem Atemzug mit den Beatles, Stones und Rattles genannt. Allerdings hat sich die Musik stark verändert. Der Rhythmus ist geblieben, doch statt Banjo, selbstgebauten Instrumenten und Waschbrett gibt es Gitarren und Bass, The Lords spielen vor allem Rock und Rock'n'Roll.

Gegründet wurden "The Lords" 1959 als Schülerband "Skiffle-Lords". Mit dabei war schon Sänger und Gitarrist Klaus Peter "Leo" Lietz. Ende 1962 strich die Band das Wort "Skiffle" aus ihrem Namen, Skiffle steht für einen Musikstil mit unkonventionellen Instrumenten.

Bassist Bernd Zamulo (l.) ist mit Unterbrechungen seit 1965 bei der Band. Kurz zuvor hatte die Band einen Wettbewerb gewonnen in dem "Deutschlands Beatband Nr. 1" gesucht wurde. Daraufhin wurden sie als die deutschen Beatles vermarktet mit zahlreichen Erfolgen in der Hitparade. Josef "Jupp" Bauer stieß 1979 zur Band.

Es sind vor allem die ganz alten Hits, wie "Shakin All Over", "Greensleeves" oder "Boom Boom", die die Siegerländer zum Kochen bringen.

Die Stimme von Bassist und Sänger Bernd Zamulo ist dabei mindestens eine Oktave tiefer als vor einem halben Jahrhundert.

Die Besucher spüren, dass die Band noch immer mit ganz viel Spaß bei der Sache ist und das Publikum fordert. Die Siegener sollen mitsingen. Der Song "Que Sera" wird als Lied zum Schunkeln angekündigt. Doch nach dem Intro geht die Post ab.

Für Michael Trojak war das ein besonderes Erlebnis: "Erst war ich enttäuscht, als es ein Schunkellied war, als sie umgeschwenkt sind, war ich begeistert." Dieser Titel war der erste, den er von den Lords kannte. Und auch die Platte die er in den Händen hält, ist für ihn etwas besonderes. Es war nämlich die erste, die er gekauft hat, 1971 mit 13 Jahren.

Zum Finale mit den bekanntesten Hits "Gloryland" und "Poorboy" erreicht die Stimmung vor den Zugaben den Höhepunkt. Schlagzeuger Philippe "P.J.M" Seminara treibt den Groove mit seinem harten Schlagzeug an.

Die Menge am Markt in Siegen tobt. Wer das Konzert (noch einmal) erleben möchte, der kann das am Montag, 26. Juni um 21 Uhr. Dann wird es bei WDR 4 im Rahmen des WDR 4 Konzertsommer ausgestrahlt.

Nach der Show holt sich Eckhard Wagner Autogramme auf die LP, die er sich als Jugendlicher gekauft hat.

Kaum zu glauben, dass Bastian Bender die älteste Beat-Band Deutschlands ankündigte. Tatsächlich gibt es die Band seit 1959, die Herren sind zusammen mehr als 250 Jahre alt.

Gleich mehrere Jahrzehnte niedriger ist das Durchschnittsalter der WDR 4 Band, die vor den Lords passend zum Ab in die 60er-Wochenende dem Publikum Hits aus dem Jahrzehnt präsentierte – zum Beispiel das Duett "It Takes Two" von Marvin Gaye und Kim Weston.

"Die sind gut", sagt Dorothee Althaus-Naumann und tanzt begeistert zu den alten Songs. Dass sie dabei am frühen Abend noch fast alleine tanzt, stört sie nicht: "Das dauert in Siegen immer ein bisschen", sagt sie und behält Recht.

Mit Emma hat die Band einen ganz neuen Fan dazu gewonnen, Emma ist zweieinhalb Jahre alt.

Und noch während des Konzerts füllt sich der Platz und nicht nur Emma singt mit, sondern auch die Siegener begeistern sich für die WDR 4 Band und die Musik der 60er Jahre.

Stand: 17.06.2017, 01:51 Uhr