Zeitgeschichte: Meilensteine der 70er

Von Sabine Kortland

Berühmt wurde der Kniefall von Willy Brandt, die Ölkrise, das Olympia-Attentat in München und der Terror der RAF.

Willy Brandt - Kniefall von Warschau

Ein Rückblick: Auch politisch hatten es die 70er in sich. Der Kniefall in Warschau am 7. Dezember 1970 des damaligen Kanzlers der BRD, Willy Brandt, ist ein Bild, das international bis heute beeindruckt. Diese Demutsgeste war die Bitte um Vergebung für die deutschen Verbrechen im zweiten Weltkrieg. Unter anderem hierfür wurde ihm 1972 der Friedensnobelpreis zugesprochen.

Ein Rückblick: Auch politisch hatten es die 70er in sich. Der Kniefall in Warschau am 7. Dezember 1970 des damaligen Kanzlers der BRD, Willy Brandt, ist ein Bild, das international bis heute beeindruckt. Diese Demutsgeste war die Bitte um Vergebung für die deutschen Verbrechen im zweiten Weltkrieg. Unter anderem hierfür wurde ihm 1972 der Friedensnobelpreis zugesprochen.

Was als sportliches Großereignis 1972 in München begann und enthusiastisch gefeiert wurde, erfuhr einen jähen Dämpfer: das Attentat von München auf das Olympiadorf der israelischen Mannschaft. Ein schmerzliches Ereignis innerhalb von Olympischen Spielen, auf das die ganze Welt blickte. Es starben insgesamt 17 Personen bei dieser Geiselnahme der Terrorgruppe "Schwarzer September", die damals unter anderem auch die Freilassung von Andreas Baader und Ulrike Meinhof forderte.

Dann folgte die Ölkrise. Im Zuge dessen wurden die Bundesbürger angehalten, sparsamer zu leben und nachhaltiger mit den Ressourcen umzugehen. Das Wirtschaftwunder der Nachkriegszeit war endgültig vorbei. Im November 1973 wurden im Schnellverfahren die Adventssonntage für autofrei erklärt. Außerdem wurde ein Tempolimit von 100 km/h auf Autobahnen angeordnet und auf Bundesstraßen galt Tempo 80. Hier ein Blick auf das leere Autobahnkreuz Duisburg-Kaiserberg.

1974 trat Willy Brandt, unter anderem aufgrund der Guillaume-Spionage-Affäre zurück und Helmut Schmidt wurde am 16. Mai 1974 der fünfte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Auch er prägte die 70er Jahre. Helmut Schmidt musste verantwortungsvolle Entscheidungen treffen, die ihm immer wieder harsche Kritik einbrachten.

Am 30. April 1975 trat das offizielle Ende des Vietnamkriegs ein. Nach fast 20 Jahren zogen sich die Amerikaner aus Indochina zurück. Hier werden am Ende des Krieges Flüchtende aus Saigon von der amerikanischen Botschaft aus in einem Helikopter in Sicherheit gebracht.

Das ganze Jahrzehnt wurde in Deutschland auch geprägt durch den bewaffneten Terror meherer linker Gruppen. Den größten Einschnitt verursachte im Oktober 1977 der sogenannte "Deutsche Herbst". Die Entführung und Ermordung von Hanns Martin Schleyer, Präsident der deutschen Arbeitgeberverbände, am 19. Oktober 1977 ist wohl das prägnanteste Verbrechen der RAF, einer Terrorgruppe um Andreas Baader und Ulrike Meinhof.

Stand: 19.08.2019, 12:08 Uhr