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Steffi Schmitz

Blue & Lonesome - Das neue "alte" Album der Rolling Stones

Cover - Rolling Stones: Blue & Lonesome

Blue & Lonesome - Das neue "alte" Album der Rolling Stones

"Blue & Lonesome" ist eine Rückkehr zu den Wurzeln, zu der Anfangszeit der Band, als sich in London Mick und Keith trafen und feststellten, dass sie beide Sammler von Bluesplatten waren.

Nach über zehn Jahren Wartezeit erscheint damit wieder eine Studioproduktion der Band, aber einige werden staunen: Die neuen Stones schrammeln und rumpeln ungehobelt durch Songs, die noch viel älter sind als sie selbst - sie spielen den rauhen Chicago Blues.

Rolling Stones 1970

Rolling Stones 1970 in Hamburg

Das neue Album war so nie geplant und entstand ganz spontan. In drei Tagen war alles eingespielt. Eigentlich gingen die Stones ins Studio von Mark Knopfler, um neue, eigene Songs aufzunehmen. Das fanden sie aber schnell ziemlich langweilig und beschlossen, einfach den alten Blues zu improvisieren, mit dem sie damals Anfang der 60er anfingen und der sie niemals losgelassen hat. Charlie Watts und Keith Richards brachten ihren Kumpel Mick Jagger dazu, wieder tief in seiner Plattensammlung zu graben. Er machte Vorschläge, die Stones spielten los, live im Studio, nur einige Mikros mitten im Raum, und innerhalb von drei Tagen war das Album im Kasten. Auch Eric Clapton, der im Studio nebenan war, schaute kurz vorbei und spielte mit.

Das funktionierte hervorragend. Man spürt die spontane Spielfreude der Band. Entstanden ist ein Album ohne Hits - nicht mal mit Klassikern des Blues -, aber ein lupenreines Blues-Album für Insider und Kenner. Es ist eine Rückkehr zu den eigenen Wurzeln, aber gereifter und abgeklärter als damals. Und man kann nachvollziehen, dass das die Songs sind, die die Stones immer geliebt haben, die die Basis für ihre unglaublich lange Karriere gelegt haben.

Rolling Stones 2016

Rolling Stones 2016 in Wien

Wie hat man jetzt dieses Album einzuordnen? Man kann das natürlich als Nebenprojekt, als kleinen Spaß zwischendurch sehen - in Kürze sollen tatsächlich wirklich neue Songs folgen. Aber wenn man sich auf diesen rauhen, quasi unfertigen Sound einlässt, hat das eine gute ursprüngliche Kraft. Und Mick sagt, wenn ihr Album nur einige Menschen dazu bringt, die alten "Blueser" wiederzuentdecken, dann hätten sie ihren Job gut gemacht, denn darum gibt es die Stones eigentlich - sie waren zuallererst Bluesliebhaber!

Stand: 02.12.2016, 00:00