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Im Gänsemarsch zur Bislicher Insel

Wildgänse am Niederrhein

Reisen - Niederrhein

Im Gänsemarsch zur Bislicher Insel

Von Antje Zimmermann

Sibirische Wildgänse schätzen NRW. Insbesondere die Bislicher Insel bei Xanten - eine der letzten Auenlandschaften Deutschlands. WDR 4-Reiseexpertin Antje Zimmermann war zur Gänsebeobachtung vor Ort.

Bei Busexkursionen könnte man die weit gereisten Tiere am Niederrhein schon länger beobachten. Jetzt werden auf der Bislicher Insel erstmalig Führungen zu Fuß angeboten, bei denen man die Gänse besonders gut beobachten kann.

Im Gänsemarsch zur Bislicher Insel

WDR 4 Reisen | 05.01.2016 | 03:17 Min.

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Märchenhafte Flusslandschaft, von Gänsen bevölkert

Gänse im Anflug

Gänse im Anflug sind stets ein besonders schöner Anblick, der von lautem Geschnatter begleitet wird

Weite, grüne Wiesen, die von Kopfweiden gesäumt werden. In ihrer Mitte liegt ein kleiner See, der schwarz vor lauter Gänsen ist. Die Bislicher Insel bei Xanten ist ein ganz besonderer Ort, denn hier ist die ursprüngliche Fauna und Flora der Region noch weitgehend intakt. Am linken Niederrhein zwischen Xanten und Wesel gelegen, gilt das 1.200 Hektar große Naturschutzgebiet als wichtiges Refugium für Zugvögel. Insbesondere die arktischen Wildgänse aus Sibirien fühlen sich hier wohl, denn es gibt große Weideflächen für die Tiere und ausreichend Gewässer, auf denen sie schlafen können.

Im Januar 2016 werden vom Naturforum Bislicher Insel erstmals Exkursionen angeboten, die ohne Bus auskommen. Niederrhein-Guide Andrea Schulze leitet die Fußexkursionen, bei denen die Teilnehmer überall stehen bleiben und staunen können. Ausgestattet mit Ferngläsern marschiert die Gruppe zu den besten Aussichtspunkten, wo sie Hintergrundinfos zum Geschehen bekommt.

Graue Feldgänse und verirrte Meeresgänse

Auf der Bislicher Insel überwintern überwiegend Blässgänse. Dazu kommen Saatgänse und einige Graugänse. Alle drei Arten gehören zur Gruppe der Feldgänse, die alle grau sind. Was es für Laien nicht einfach macht, sie zu unterscheiden. Gelegentlich entdeckt man aber auch eine Weißwangengans unter ihnen. Diese Meeresgans hat einen schwarzen Hals und ein weißes Gesicht und gehört eigentlich – wie der Name schon vermuten lässt – an die See. Als sie sich auf den langen Weg machten, hatten die Tiere vermutlich die Ostsee im Sinn. Doch für Zuggänse ist der Verband entscheidend. Und so kann es passieren, dass allein reisende Tiere sich unterwegs einfach irgendeiner größeren Gruppe anschließen – ganz so wie sich Menschen in der Wüste früher Karawanen angeschlossen haben. Und so kommen Gänse an den Niederrhein, die hier eigentlich nicht hinwollten. Wenn sie das Gebiet dann kennen und schätzen lernen, kann es allerdings gut sein, dass die im nächsten Winter wieder kommen.

Kuriose Gänse-Fakten

Besucher mit Kameras

Dank des technischen Equipments lassen sich faszinierende Beobachtungen machen

Mit einer kleinen Einweisung und der richtigen Justierung der Ferngläser wird die Gänseschau zum Erlebnis. Denn die Teilnehmer können die Tiere beim Baden und putzen beobachten. Die meiste Zeit geht allerdings fürs Futtern drauf. Denn um ausreichend Energie zu bekommen, müssen Gänse täglich ein Drittel ihres Körpergewichtes fressen. Bei einem Gewicht von drei Kilo wird also fast ein Kilo Gras am Tag vertilgt. Ein langwieriges, aber notwendiges Geschäft. Denn zum Fliegen benötigen die Tiere unglaublich viel Kraft, da sie mit Minimum 60 km/h unterwegs sind. So werden eilig die Kameras gezückt, wenn wieder eine neue Gruppe im Anflug auf die Bislicher Insel ist. Denn jeder Teilnehmer möchte natürlich ein Bild vom Formationsflug mit nach Hause nehmen. Gänse fliegen grundsätzlich in V-Formation oder in Form einer Eins am Himmel.

Die Fußexkursionen im Gänsemarsch finden am 9. und 23. Januar statt. Erwachsene zahlen acht Euro; Kinder sind frei. Gestartet wird am Naturforum Bislicher Insel, das auch die Anmeldungen entgegennimmt.

Stand: 06.01.2016, 00:00