Erzbischof Frings wird vom Papst zum Kardinal ernannt

Bundeskanzler Konrad Adenauer (l) und der Kölner Kardinal Josef Frings (r) am 07.02.1956 in Köln

Erzbischof Frings wird vom Papst zum Kardinal ernannt

Am 21. Februar 1946, also vor 70 Jahren, wurde Erzbischof Frings durch die Ernennung von Papst Pius XII. zum Kardinal ... und damit einer der berühmtesten Kirchenmänner in NRW.

Erzbischof Frings wird vom Papst zum Kardinal ernannt

WDR 4 Meilensteine und Legenden | 20.02.2016 | 03:06 Min.

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Josef Frings gehörte zu denen in der katholischen Kirche, die sich nach Ende des Dritten Reiches keinen Vorwurf machten mussten. Er war einer, der sich nicht von Obrigkeiten beeindrucken ließ.

Die berühmte Silvesterpredigt 1946

Kardinal Frings wurde berühmt durch seine Silvesterpredigt 1946, zehn Monate nachdem ihn Papst Pius XII. zum Kardinal ernannt hatte. Im Hungerwinter 1946/47, als es den Menschen schlechtging, der Dom noch kriegsversehrt und nicht wieder für Messen geöffnet war, predigte Kardinal Frings in einer Kirche im Stadtteil Niehl. Es ging um das 7. Gebot: Du sollst nicht stehlen, und - um Briketts.

Das "Fringsen"

Er erklärte, dass das "Mitnehmen" von Briketts und dem, was das Überleben sicherte, keine Sünde wäre. Für dieses "Mitnehmen" wurde das neue Wort "fringsen" geboren, das bis heute im Rheinland niemand vergessen hat. Sein Nachsatz: "Er muss es allerdings später zurückgeben, das ist ein alter Wert katholischer Moral", ging in der großen Freude unter.

Frings musste sich wegen der Kohlen, die Kriegsreparationszahlung waren, bei den Briten verantworten - allerdings ohne Folgen. Seine Menschenliebe und seine Gradlinigkeit machten ihn überall zur Autorität. Großen Einfluss hatte er auch in der katholischen Kirche. Nur bei einem wusste er, dass der sich nicht so leicht beeindrucken ließ. Das war sein langjähriger Freund Konrad Adenauer.

Stand: 21.02.2016, 00:00