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"Ich war in Lissabon und dachte an dich" von Luiz Ruffato

Der brasilianische Autor Luiz Ruffato

Migration nach Europa

"Ich war in Lissabon und dachte an dich" von Luiz Ruffato

Der neue Roman des renommierten brasilianischen Schriftsteller Luiz Ruffato spielt in Lissabon. Er zeigt uns Portugals Hauptstadt aus der Sicht eines brasilianischen Migranten – jenseits touristischer Klischees.

Der Titel des Romans erinnert an einen Aufdruck auf einer Postkarte oder einer Tasse aus dem Souvenirshop: Ich war in Lissabon und dachte an dich. Luiz Ruffatos neues Buch schildert jedoch nicht das Postkarten-Lissabon, sondern das der Migranten: Ein Gewirr aus Gassen und heruntergekommenen Etablissements: billige Kneipen und Pensionen, Telefonbuden und Western Union-Läden für den Kontakt nachhause. In den Restaurants der Touristenviertel arbeiten Brasilianer, Afrikaner und Osteuropäer. Alle haben Gründe, warum sie nach Lissabon kamen. Alle hoffen, hier ihr Glück zu machen. Der Konkurrenzkampf ist hart, doch gibt es auch Zeichen der Solidarität. Mit "Ich war in Lissabon und dachte an dich" ist Luiz Ruffato ein großartiger Schelmenroman zum Thema Migration nach Europa gelungen: Temperamentvoll, einfühlsam und bei allem Ernst des Themas – höchst vergnüglich.

Ein Gespräch mit Wera Reusch

Buchangaben:
Luiz Ruffato: Ich war in Lissabon und dachte an dich.
Aus dem Portugiesischen von Michael Kegler.
Assoziation A Verlag, Hamburg 2015, 96 Seiten,
14,00 Euro.

Ein Beitrag vom 08.09.2015 aus...

Stand: 08.09.2015, 18:57