Gänsehaut und Tränen lachen: "Last Night of the Proms"

Gänsehaut und Tränen lachen: "Last Night of the Proms"

Von Susanne Schnabel

Fähnchen schwenkend, ausgelassen und textsicher - die Besucher beim Public Viewing zur "Last Night of the Proms" waren am Samstagabend bester Laune: Rund 1.000 Zuschauer feierten in Dortmund mit WDR 3 "very british".

Eindrücke von der "Last Night of the Proms" 2016 aus Dortmund

Die Veranstaltung ist Kult, die Tickets für das Event in Dortmund sind immer innerhalb kürzester Zeit vergriffen: WDR 3 und das Funkhausorchester feiern zum 5. Mal in der Deutschen Arbeitswelt Ausstellung (DASA) die "Last Night of the Proms".

Die Veranstaltung ist Kult, die Tickets für das Event in Dortmund sind immer innerhalb kürzester Zeit vergriffen: WDR 3 und das Funkhausorchester feiern zum 5. Mal in der Deutschen Arbeitswelt Ausstellung (DASA) die "Last Night of the Proms".

Rund 1.000 Musikliebhaber kommen aus ganz NRW, um das gänsehautverursachende Spektakel mitzuerleben.

Auf einer 30 Quadratmeter großen Leinwand erleben die Besucher den krönenden Abschluss einer Reihe von Promenadenkonzerten. Manche von ihnen sind "very british" ausstaffiert.

Der traditionelle WDR 3 Kostümwettbewerb steht unter dem Motto: "Britische Musikstars von Georg Friedrich Händel bis Amy Winehouse". Bärbel aus Dortmund verkleidet sich unter dem Motto "Time for Tea!". Sie ist in diesem Jahr zum ersten Mal dabei.

Im Gegensatz zu Joachim alias Sherlock Holmes aus Bonn. Er besucht das Event in der DASA bereits zum vierten Mal: "Als Fan der ersten Stunde will ich die Last 'Night of the Proms' nicht immer nur im Fernsehen erleben! "

Letzte Handgriffe, bevor die Party startet: Mama geht als Punk, Tochter als Amy Whinehouse – das sind Waltraud und Eldrid aus Aachen. Die beiden haben riesigen Spaß beim Verkleiden, sind treue Fans der Veranstaltung und ...

... haben WDR 3 zum Fressen gern.

WDR 3 Moderator Jörg Lengersdorf führt durch den gesamten Abend in Dortmund. "In manchen Momenten hat man wirklich das Gefühl, dass man in London live mit dabei ist. Das Publikum hier in der DASA ist wundervoll. Ich wundere mich jedes Jahr, wie textsicher sie sind", sagt er und freut sich auch über das hochkarätige Rahmenprogramm vor Ort.

Hier spielt das WDR Funkhausorchester unter der Leitung von Rumon Gamba. Der britische Dirigent ist international bekannt für seine Aufnahmen klassischer britischer Filmmusik.

Als die Titelmusik von "Der englische Patient" erklingt - ist ein großes Seufzen bei den Gästen zu hören - vor allem bei den Damen.

Ein weiteres Highlight: Die britische Sopranistin Elizabeth Watts beeindruckt und begeistert durch ihre ausdrucksstarke Stimme.

Und sie hat einen ausgesprochen erfrischenden Humor. Dem Publikum erzählt sie, dass sie während ihres Archäologie-Studiums Geräusche von Affen im Zoo aufnehmen wollte. Die Affen jedoch schwiegen sie an und bewarfen sie mit "Poo". Das Publikum lacht Tränen.

Nicht nur Musik, auch Politik ist an diesem Abend Thema – allerdings nur kurz und sehr charmant: WDR 3 hat den Londoner ARD-Korrespondent Thomas Spickhofen live zugeschaltet. Er erklärt, dass der Brexit aktuell noch immer für große Verwirrung und heftige Debatten im Parlament sorgt.

Politische Querelen bleiben an diesem Abend außen vor - alle gemeinsam singen aus vollem Herzen "Rule, Britannia!" und schwenken ihre Union Jacks.

Stand: 11.09.2016, 15:03 Uhr