Woran man einen Juden erkennen kann

Davidstern und Gitter am Eingang des KZ Dachau

Woran man einen Juden erkennen kann

Von Noam Brusilovsky

Eine Untersuchung. Sechs jüdische Schauspieler befinden sich auf der Suche nach dem jüdischen Körper - nach einem Tabu, nach einer jahrhundertealten Projektionsfläche von Abwertung und Abgrenzung.

Sie suchen nach ihrem eigenen Körper und nach dem Körper ihrer Familienmitglieder, der Holocaustopfer. Allerdings erscheint nach dem Holocaust anstelle des jüdischen Körpers eine Leerstelle, ein schwarzes Loch oder ein weißer Fleck. In einer Collage historischer Texte und biografischer Erzählungen nimmt der jüdische Körper, ein Phantom der deutschen Gesellschaft, wieder Gestalt und Kontur an. Und trotzdem wird der Wunsch nach jüdischer Sichtbarkeit auch fragwürdig, als die Schauspieler sich selbst mit Stereotypen wie "plattfüßig", "langnasig" und "dunkelhaarig" beschreiben. Kann der jüdische Körper überhaupt ein normaler Körper sein? Das Hörspiel mäandert zwischen Drama, Slapstick und Revue, Groteske, Requiem und Ritual. Der jüdische Körper wird mit allen Mitteln gesucht, aufgebaut, untersucht und wieder vernichtet.

Mit Dor Aloni, Nico Delpy, Jaron Löwenberg, Eve Slatner, Deleila Piasko und Joey Zimmermann

Aus urheberrechtlichen Gründen kann das Hörspiel leider nicht zum Download angeboten werden. Sie können die Sendung aufzeichnen. Auf unserer Seite "Der WDR RadioRecorder" finden Sie dazu einige Tipps.

Ausstrahlung: 22. Februar 2017
Von Noam Brusilovsky
Regie: Noam Brusilovsky
Redaktion: Christina Hänsel
Produktion: DLF in Kooperation mit der Schauspielschule Ernst Busch 2016/44'

Stand: 18.01.2017, 12:33