80 Stunden user-generated Hörspiel

Redakteurin Christina Hänsel liest im Buch "Unendlicher Spaß", Fotomontage

80 Stunden user-generated Hörspiel

  • "Unendlicher Spaß" als user-generated Hörspiel
  • 1.400 verschiedene Stimme lesen vor
  • WDR 3 produziert DVD-Box

WDR: Ein Jahr haben Sie sich für das Projekt gegeben. Am 3. März 2017 sollte es geschafft sein. Es ist geschafft! Wie fühlt es sich an, Frau Hänsel?

Christina Hänsel: Zunächst: Wehmütig. Es ist nun mal ein Projekt, das mich so lange – deutlich länger als die Laufzeit von einem Jahr – begleitet hat. Und das mit so vielen Fragezeichen begonnen und mit so vielen Ausrufungszeichen geendet hat.

WDR: Sie haben das Projekt als Hörspiel-Redakteurin über die gesamte Zeit betreut. Mit welchem Anspruch sind Sie heute vor einem Jahr in das Experiment gestartet?

Steckfeld eines analogen Synthesizers, auf das Foto ist ein Logo mit dem Schriftzug "Unendliches Spiel" gestempelt

#unendlichesspiel: 78 Stunden und 49 Minuten Hörspiel

Christina Hänsel: Der Anspruch war ganz klar, das von uns gesteckte Ziel, 1.400 Menschen zum Mitmachen zu bewegen, zu erreichen. Und ganz nebenbei und unbescheiden natürlich auch: Mit diesem größenwahnsinnigen Projekt Hörspielgeschichte zu schreiben.

WDR: Und aus wie vielen unterschiedlichen Stimmen ist das Mammut-Hörspiel nun entstanden?

Christina Hänsel: Einige Mitmachende haben tatsächlich mehrere der 1400 Seiten eingelesen. Dadurch, dass eine ganze Reihe von Seiten dann aber technisch nicht einwandfrei waren, mussten Sie noch mal neu eingelesen werden. Insofern sind es tatsächlich an die 1400 Menschen, die uns ihre Stimme geschenkt haben. Das Bemerkenswerte ist auch, dass sie solch eine große Bandbreite widerspiegeln: Von jung bis alt, Frauen, Männer, geübte und ungeübte Sprecher.

WDR: Das Ziel ist also voll und ganz erreicht! Glückwunsch! Und Danke auch an alle 1.400 Stimmen! Gab es denn trotzdem Überraschungen?

Christina Hänsel: Um ehrlich zu sein war alles, was nach dem 7. März vergangenen Jahres passiert ist, eine Überraschung. Wie die Zeitungen, wie Online-Magazine, wie die Netzcommunity das Projekt aufgenommen und gefeiert haben. In welch rasender Geschwindigkeit die Seiten eingelesen wurden. Wie das Interesse über die 12 Monate anhielt. Und nicht zuletzt: Wie unheimlich gut die fast 80 Hörspielstunden klingen.

WDR: Wo kann man das Hörspiel ab jetzt ganz hören?

Christina Hänsel: Jede Szene kann man einzeln auf der Projekt-Webseite auswählen, anhören und herunterladen. Bis zum letzten Punkt. Ganz neu ist die Funktion, mit der man sich das Hörspiel in Gänze als zip-Ordner herunterladen kann. Und im Herbst erscheint beim Hörverlag dann die aufwendig gestaltete CD-Box zum Projekt.

WDR: Wird es so ein Mammut-Hörspiel bei WDR 3 nochmal geben?

Christina Hänsel: Das hoffe ich doch sehr! Ich bin überzeugt davon, dass solche Projekte, die den gewohnten Rahmen zumindest dehnen, wenn nicht sprengen, wichtige Impulse geben. Gerade auch #unendlichesspiel #unendlicherspaß hat uns ja Aufmerksamkeit von Menschen beschert, die nicht zu unserer klassischen, angestammten Hörspielcommunity gehörten.

Buchcover und Autorenportrait David Foster Wallace

Buchcover und Autorenportrait David Foster Wallace

Ein Projekt von WDR 3 in Koproduktion mit Bayern 2 / Deutschlandfunk unterstützt von Film- und Medienstiftung NRW / Kiepenheuer & Witsch / K20 Kunstsammlung NRW

Die Fragen stellte WDR 3 Onlineredakteurin Stephanie Lachnit.

Stand: 06.03.2017, 09:00