Schicksalsmaschinen: Algorithmen erobern das US-Justizsystem

Schicksalsmaschinen: Algorithmen erobern das US-Justizsystem

Von Tom Schimmeck

Algorithmen entscheiden heute oft über Aktieninvestitionen, Bewerbungen und die Kreditwürdigkeit eines Kunden. In den USA lässt nun auch die Justiz zunehmend Software über Schicksale entscheiden.

Gericht "Intake Court" in Madison, Wisconsin, USA

Das Hörspiel steht nach der Sendung befristet zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Assistant District Attorney Francesco Mineo, stellvertretender Staatsanwalt, beugt sich über seine Tabellen.

Computerprogramme erstellen Profile und geben so Prognosen über Straftäter und deren "Wiederholungsgefahr" ab. Die kommerziellen Anbieter solcher Produkte versprechen der Kundschaft eine billigere, effizientere und gerechtere Verbrechensbekämpfung. Das Justizsystems der USA verschlingt etwa 74 Milliarden Dollar jedes Jahr. Das Land sperrt heute mehr Menschen ein als jede andere Nation. Doch Kritiker bezweifeln die Objektivität dieses "Profiling" von Beschuldigten und Häftlingen. Im Frühjahr 2016 überprüfte etwa die unabhängige US-Rechercheorganisation ProPublica in Florida Tausende von Prognosen eines Programms namens COMPAS über die Rückfallgefahr von Inhaftierten. Auffällig oft sagte die Software schwarzen Beschuldigten fälschlich eine kriminelle Karriere voraus. Während selbst schwere Straftäter weißer Hautfarbe oft eine gute Prognose bekamen. Was ist von Profiling-Programmen zu halten?

Schicksalsmaschinen: Algorithmen erobern das US-Justizsystem

WDR 3 Hörspiel | 29.08.2017 | 52:09 Min.

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Ausstrahlung: 29. August 2017
Es sprachen Konstantin Lindhorst Sprecher, Nikolaus Benda, Sascha Tschorn, Florian Seigerschmidt, Isis Krüger und Sigrid Burkholder
Von Tom Schimmeck
Regie: Matthias Kapohl
Technische Realisation: Eva Pöpplein und Christoph Schumacher
Redaktion: Leslie Rosin
Produktion: DLF/WDR 2017

Stand: 14.07.2017, 09:59