ARD Radiofestival 2016: So klingt der Sommer bei WDR 3

ARD Radiofestival 2016, v. l. n. r. und o. n. u.: Carina Kanellakis, Judith Holofernes, Daniil Trifonov, Zaz, Hape Kerkeling

ARD Radiofestival 2016: So klingt der Sommer bei WDR 3

Von Rohita Bruckmann

Acht Wochen, neun Kulturprogramme, knapp 200 Höhepunkte – auch dieser Sommer wird während des ARD Radiofestivals wieder besonders klingen: Die Kulturradios der ARD gestalten vom 16. Juli bis 10. September ein gemeinsames Abendprogramm mit europäischen Konzerthighlights, inspirierenden Gesprächen, Schätzen aus der Jazzszene, Kabarett und einer Premierenlesung.

Bei der ARD sitzen Sie in der ersten Reihe? Stimmt! Neun Kultur-Hörfunkprogramme der ARD gestalten acht Wochen lang ein gemeinsames Abendprogramm und präsentieren darin Höhepunkte aus der Kulturszene. Jedes Jahr – seit 2009 – findet das ARD Radiofestival unter anderer Federführung statt. In diesem Jahr liegt sie bei WDR 3. Bereits im November wurde der Staffelstab vom MDR an den WDR übergeben. Seitdem arbeiten die Redaktionen auf Hochtouren daran, das ARD Radiofestival 2016 zu gestalten. Sieben Sendestrecken sind geplant: Konzert, Oper, Jazz, Gespräch, Lesung, Kabarett und Open Music.

Europäische Festspiel-Highlights, legendäre Jazzkonzerte und der komplette Ring aus Bayreuth

Das ARD Radiofestival startet jeden Abend ab 20.04 Uhr mit erstklassigen Konzerten und hochkarätigen Opern, die uns quer durch Europa führen. Besuchen Sie zum Beispiel das Rheingau Musik Festival, das Musikfest Berlin, die Styriarte in Wien, das Montpellier Festival in Frankreich oder die BBC Proms in England. Werden Sie Zeuge legendärer und aktueller Jazzkonzerte. Und erleben Sie den kompletten Ring aus Bayreuth. Ganz bequem von zu Hause aus. Neben Weltstars wie Anna Netrebko, Julia Fischer und Daniel Hope, sind vielversprechende Nachwuchstalente und Newcomer zu erleben, wie zum Beispiel Daniil Trifonov und Kit Armstrong. Auch die französische Chansonsängerin Zaz, schillernde Musiker wie Monika Roscher und Jazzlegenden wie Ella Fitzgerald werden zu hören sein. Mit Spannung wird außerdem die Nachfolge von Nicolaus Harnoncourt bei der Styriarte in Wien erwartet: Unter anderem dirigiert die junge New Yorkerin Karolin Canellakis dort den noch von Harnoncourt konzipierten Beethovenzyklus.

Ein Novum für Literaturfans

Auch über die Musik hinaus hat das Programm viele Glanzstücke zu bieten. Montags bis freitags gibt es ab 22.30 Uhr eine Premiere – nicht nur fürs Radio: Der Roman „Augustus“ von John Williams erscheint erstmals auf Deutsch und wurde als groß angelegte Hörfassung produziert. Sprechergrößen wie Jens Wawrczeck, Hanns Zischler, Ulrich Noethen und viele andere lesen die bewegende, gebrochene Geschichte eines außergewöhnlichen Mannes, der zum ehrgeizigen Alleinherrscher aufsteigt. Im Anschluss an die Lesung erzählen im Gespräch unter anderem Roland Emmerich, Judith Holofernes, Carla del Ponto und 36 weitere interessante Menschen persönliche Erlebnisse und teilen, was sie bewegt. Das Kabarett am Sonntagabend liefert schließlich beste Unterhaltung. Wir blicken zurück auf das Studio Brettl, eine Kleinkunstbühne in Baden-Baden – hier sind Comedy-Größen wie Hape Kerkeling, Lisa Fritz und Harald Schmidt bereits aufgetreten, und hier hat manche Karriere erst begonnen.

Perlen aus der Kultur

Was die Veranstaltungen im ARD Radiofestival 2016 eint, ist die Exzellenz und Besonderheit: Raritäten stehen neben beliebten Veranstaltungen und neuen Entdeckungen. Machen Sie es sich bequem, und genießen Sie mit WDR 3 Kulturhighlights – gemeinsam, aus der ersten Reihe.

Hinweis: Das ARD Radiofestival empfangen Sie über UKW, DAB+, Kabel, Satellit und via Live-Stream. Im Anschluss finden Sie die Audios zum Nachhören in der ARD Mediathek und auf der Website des ARD Radiofestivals.

Mehr Informationen zum ARD Radiofestival unter radiofestival.ard.de
Das Programm im Überblick

WDR 3 Tipps zum ARD Radiofestival

Der Ring des Nibelungen, Anna Netrebko, Zaz, die BBC Proms - das ARD Radiofestival ist gespickt mit beliebten und bekannten Künstlerinnen und Künstlern aus der Kulturszene. Was empfehlen die WDR 3 Kollegen? Hier ihre persönlichen Highlights.

Wolfram Kähler

Wolfram Kähler, stellvertretender Programmchef: "Ich gebe zu, dass ich mir noch nie eine Platte von Element of Crime gekauft habe, aber dennoch festellen muss, dass ich immer wieder wie gefesselt zuhöre, wenn diese Musik den Weg in mein Ohr findet - und das schon seit Jahrzehnten. Eine zufällige, aber dennoch innige Beziehung also. Insofern freue ich mich auf ein Wiederhören bei der Übertragung vom Festival in Rudolstadt am 19. Juli. Am gleichen Abend gibt es unter anderem übrigens auch Anoushka Shankar und Keren Ann zu hören, auch gut."

Wolfram Kähler, stellvertretender Programmchef: "Ich gebe zu, dass ich mir noch nie eine Platte von Element of Crime gekauft habe, aber dennoch festellen muss, dass ich immer wieder wie gefesselt zuhöre, wenn diese Musik den Weg in mein Ohr findet - und das schon seit Jahrzehnten. Eine zufällige, aber dennoch innige Beziehung also. Insofern freue ich mich auf ein Wiederhören bei der Übertragung vom Festival in Rudolstadt am 19. Juli. Am gleichen Abend gibt es unter anderem übrigens auch Anoushka Shankar und Keren Ann zu hören, auch gut."

Andrea Zschunke, Leiterin der Programmgruppe Musik und Radiokunst: "Mein persönlicher Tipp ist das Eröffnungskonzert vom Internationalen Kammermusikfestival in Utrecht, das wir am 26. Juli senden. Die niederländische Geigerin Janine Jansen hat befreundete Musiker zu einem großen Fest der Kammermusik eingeladen. Auf das Miteinander so vieler unterschiedlicher und hervorragender Künstler wie Ian Bostridge, Steven Isserlis, Martin Fröst oder Itamar Golan kann man sich nur freuen. Alles an einem Abend: Brahms-Lieder, Klaviertrios von Mendelssohn und Grieg, Klarinetten-Stücke von Max Bruch, das Streichsextett von Erwin Schulhoff - eine feine Zusammenstellung!"

Volker Schaeffer, Leiter der Programmgruppe Kultur und Musik aktuell: "Mein Tipp fürs Gespräch im Radiofestival: die Juristin Carla del Ponte im Gespräch mit Gisela Keuerleber (Sendung am 20. Juli). Carla del Ponte erzählt von ihren Ermittlungen als Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofs gegen bosnische und serbische Kriegsverbrecher. Besonders hat mich bewegt, wenn Carla del Ponte berichtet, wie sie im Rahmen ihrer Ermittlungen vor einem Massengrab stand."

Werner Wittersheim, Teamleiter klassische Musik: "Meine Empfehlung für das diesjährige Radiofestival lautet: 'Festival Musiq'3'! Zugegeben, der Name liest sich ein bisschen komisch, und auch die lakonische Selbstbeschreibung des Events ist ungewöhnlich: '3 Tage, sieben Schauplätze, 50 Konzerte, 200 Künstler'. Fertig! Erstaunlich ist auch die Taktung der Auftritte: Drei Tage lang beginnt jeweils nach einer halben oder ganzen Stunde ein neues Konzert, und das musikalische Panorama schließt alte und neue Musik, Klassik, Jazz und Kurioses ein. Schauplatz des Ganzen ist übrigens Brüssel. Für das ARD Radiofestival haben wir drei der kleinen, aber äußerst feinen Konzerte aus dem diesjährigen 'Festival Musiq'3' ausgewählt. Zu hören sind sie am 18. August ab 20.04 Uhr."

Wibke Gerking, Redakteurin klassische Musik: "Mein Geheimtipp ist die Oper Pelléas et Melisande von Claude Debussy vom Festival in Aix-en-Provence (20.08.2016 um 20:04 Uhr). Die Darstellerin der Melisande, Barbara Hannigan, ist wie gemacht für die Rolle dieser zarten, aber abgründigen Nymphe - und mit Esa-Pekka Salonen steht einer der besten Dirigenten am Pult, die man sich denken kann. Aix-en-Provence ist DAS Festival, wo ich schon immer mal hinfahren wollte, aber da es doch verdammt weit weg ist und immer mitten in der Saison, habe ich es noch nie geschafft - umso schöner, dass ich meine Sehnsucht nach Aix wenigstens im Radio stillen kann."

Bernd Hoffmann, Teamleiter Open Music: "Ich möchte Ihnen die Sendung über den US-amerikanischen Saxofonisten und Komponisten Kamasi Washington ans Herz legen (27.07.16 um 23:30 Uhr). Auf seinem Album 'The Epic' schaffen Musiker aus den Bereichen Hip Hop, der elektronischen Musik, Gospel und traditionellem Jazz unter Washingtons Regie ein Gesamtkunstwerk, das in seiner grenzüberschreitenden Kooperation und der damit verbundenen Aussagekraft aktueller nicht sein könnte."

Stand: 13.07.2016, 10:00