Kol Colé, Unknown Areas

Kol Colé

Klang-Kartographie – 06.09.2015

Kol Colé, Unknown Areas

Auf den Messtischblättern unserer persönlichen musikalischen Weltbilder stehen meist einige wenige Musiken im Licht (großer Öffentlichkeit) - und man sieht sie, die im Licht sind, die im Dunkeln sieht man nicht. Beleuchten wir einmal etwas, das musikalisch auf eher abgelegenen Pfaden unterwegs ist.

Klezmer-Musik: ein seit dem Folk-Revival der 1970er in Deutschland boomendes Genre, seit der Wende mehr und mehr auch von US-amerikanischen Musikern mitgeprägt, die in Osteuropa nach ihren jüdischen Wurzeln suchen und gerne in Berlin leben. Weniger beachtet: die Klezmer-Kapellen in der deutschen Diaspora osteuropäischer Einwanderer mit eigenen russisch-weißrussisch-ukrainisch-jüdischen Biographien und musikalisch oft klassischer Prägung. Kol Colé nennt sich ein Kölner Ensemble um die Sängerin und Schriftstellerin Bella Liebermann. Seine Mitglieder stammen aus Minsk, Odessa, Moskau, Jerusalem und Deutschland.

Didjeridoo – magisches Blasrohr der australischen Aborigines und Resonanz-Vibrator für abendländische Selfie-Seelenmassagen. Kann man sich dieses Instrument als konzertanten Partner eines Violoncellos vorstellen? Das Kölner Duo Unknown Areas spielte in genau dieser Besetzung vergangenes Jahr - im Kölner Dom! Das Ereignis, in dessen Rahmen dies stattfand, steht auch jetzt wieder kalendarisch vor der Tür: die "Kölner Musiknacht" am 19. September. Und die WDR 3 Musikkulturen bieten Klangproben von einigen weiteren Kölner weltmusikalischen Projekten unterwegs in ‘unknown areas‘.

Mit Beiträgen von Antje Hollunder und Sabine Fringes

Moderation: Barbara Wrenger

Redaktion: Werner Fuhr

Stand: 07.09.2015, 11:42