Kann die Kunst Europa retten?

Eine von mehreren Rettungsplattformen, ausgerüstet mit Notrufgerät, Rettungsringe, Anker, Positionslichtern, Lebenmittelreserven

Künstlerkollektiv installiert Rettungsplattform im Mittelmeer

Kann die Kunst Europa retten?

Das "Zentrum für politische Schönheit" provoziert gerne mit anstößigen Aktionen. Nun denkt das Berliner Künstlerkollektiv groß und imaginiert ein "Jahrhundertwerk der Humanität", sprich: eine Brücke zwischen Nordafrika und Europa.

Für Menschen, die auf der Flucht gestorben sind, wollten die Künstler aus Berlin vor dem Bundeskanzleramt ein Gräberfeld anlegen. Auf Berliner Friedhöfen wurden dann tatsächlich mit viel medialem Tamtam zwei Flüchtlinge bestattet, die die Überfahrt übers Mittelmeer nicht überlebt hatten. Man kann das für geschmacklos, zynisch oder für genial und künstlerisch wertvoll halten. In jedem Fall erzeugen die Aktionen des Zentrums jedes Mal ein gewaltiges Echo. Das Projekt, das das Künstlerkollektiv "Zentrum für politische Schönheit" nun im Mittelmeer startet, mutet dagegen auf den ersten Blick vergleichsweise harmlos an: Eine gewaltige Steinbrücke soll in ferner Zukunft Sizilien mit Afrika verbinden, damit kein Flüchtling mehr bei der Überfahrt ums Leben kommt. Als humanitäre Zwischenlösung installierten die Kunstaktivisten vor der Küste Siziliens eine Rettungsinsel für schiffbrüchige Flüchtlinge.

Ein Beitrag von Tilmann Kleinjung

Ein Beitrag vom 06.10.2015 aus...

Stand: 06.10.2015, 17:19