Kindsmord und Datenklau

Ich habe nichts zu verbergen - Mein Leben mit Big Data

Premierenwochenende im Revier

Kindsmord und Datenklau

In Essen begibt sich Regisseur Hermann Schmidt-Rahmer in den Big Data-(Alb-)Traum; in Bochum fragt Roger Vontobel mit dm Drama "Rose Bernd" von Gerhart Hauptmann: Wieso tötet eine junge Frau ihr eigenes Kind? Der Rückblick auf das Premierenwochenende.

Regisseur Hermann Schmidt-Rahmer sammelte in den letzten Jahren dokumentarisches Material, wissenschaftliche Veröffentlichungen, (Science Fiction-)Literatur und zeitgenössische Texte. Als Resultat verspricht er eine bissige Szenenfolge unter dem Titel: "Ich habe nichts zu verbergen – Mein Leben mit Big Data". In der Uraufführung am Grillo-Theater Essen sollen die Grenzen zwischen real existentem Technologiestand und überspitztem Daten-Albtraum satirisch fließend verlaufen. Ein Sozialdrama im klassischen Stil steht im benachbarten Bochum auf dem Plan. Regisseur Roger Vontobel befragt das 1903 uraufgeführte "Rose Bernd" von Gerhart Hauptmann auf seine aktuelle Bedeutung. Die schöne, fleißige, selbstbewusste, aber mittellose Rose arbeitet selbstlos für andere, will ihrem kranken Vater zuliebe sogar die Ehe mit einem ungeliebten Mann eingehen. Es dankt ihr keiner. Rose wird verführt, verkuppelt, vergewaltigt, verstoßen. Das Panoptikum des Leidens einer jungen Frau schrieb Gerhart Hauptmann nach einem Gerichtsverfahren gegen eine Kindsmörderin, an dem er als Geschworener teilnahm.

Ein Gespräch mit Martin Burkert

Ein Beitrag vom 05.10.2015 aus...

Stand: 02.10.2015, 16:24