09.04 - 12.00 Uhr WDR 3 Lieblingsstücke

Berlinale-Nachwuchs aus Nordrhein-Westfalen

Filmemacherin Kamilla Pfeffer und Regisseur Martin Hawie

Berlinale-Nachwuchs aus Nordrhein-Westfalen

Von Petra Weber

Zwei Absolventen der Kunsthochschule für Medien Köln präsentieren zurzeit ihre Filme auf der Berlinale. Kamilla Pfeffer erhielt für ihre Künstlerinnenporträt "Wer ist Oda Jaune" großen Applaus, Martin Hawie hat mit seinem Spielfilm "Toro" am Freitag (19.02.2016) seinen Auftritt in Berlin. Vorher waren beide zu Gast in WDR 3 Mosaik.

Die Filmemacher zu Gast bei WDR 3 Mosaik

WDR 3 | 19.02.2016 | 10:36 Min.

Martin Hawie: "Toro"

Martin Hawie stammt aus Peru und hatte schon Kurz- und Dokumentarfilmprojekte realisiert, bevor er 2011 an die Kunsthochschule für Medien Köln "Spielfilmregie und Drehbuch" studierte. "Toro" ist sein Abschlussfilm, der beim "Festival des Films du Monde de Montréal" 2015 uraufgeführt wurde und bei den "Internationalen Filmtagen" in Hof lief. Auf der Berlinale 2016 ist er in der Perspektiv-Reihe zu sehen.

Toro (Paul Wollin) und Lea (Judith Jakob)

Toro (Paul Wollin) bei der Arbeit

"Toro" ist ein Film über Freundschaft im Stricher- und Drogenmilieu. In harten schwarz-weiß Aufnahmen erzählt Regisseur Martin Hawie vom Leben junger Ausländer an den Randzonen der deutschen Gesellschaft. Was passiert, wenn nicht Ausbildung, Arbeitsplatz und feste Familienstrukturen eine vorzeigbare Biografie ergeben.

Der Pole Piotr, genannt Toro, möchte sich in seiner Heimat den Traum einer Boxschule verwirklichen und arbeitet als Escort. Er verkauft seinen Körper an gutsituierte Frauen und verdient ordentlich dabei. Dagegen treibt sein bester Freund Victor ziellos durch die Stricherszene, setzt sein Honorar sofort in Drogen um. Er hat Schulden und wird von Dealern verfolgt. Als Victors Schwester Emilia auf der Suche nach Arbeit bei den Beiden auftaucht, wird ihre Beziehung auf die Probe gestellt.

Kamilla Pfeffer: "Wer ist Oda Jaune"

Kamilla Pfeffer liebt das Geschichtenerzählen. Nach einem Studium der Politikwissenschaft und Romanistik, belegte Sie an der Kunsthochschule für Medien Köln "Dokumentarfilm und Fotografie". Seit 2009 ist sie als freiberufliche Journalistin tätig. "Wer ist Oda Jaune" ist Kamilla Pfeffers Diplomfilm, auf der Berlinale läuft das Künstlerinnenporträt in der Perspektiv-Reihe.

Gemälde von Oda Jaune

Gemälde von Oda Jaune

Jaune malt verwachsene, verstümmelte Menschen, Köpfe ohne Gesicht, Körper mit nach außen tretenden Organen. Aber auch Paradiesbilder, verträumt spielende Kinder. Es hat lange gedauert, bis Kamilla Pfeffer eine Drehgenehmigung im Pariser Atelier bekam. Die Filmemacherin hat dafür ihr Studium an der Kunsthochschule für Medien Köln um ein Jahr verlängert.

Die deutsch-bulgarische Malerin Oda Jaune

Die deutsch-bulgarische Malerin Oda Jaune

Eigentlich heißt die porträtierte Künstlerin Michaela Danowska. Aber da auch ihre Schwester Malerin ist, wünscht sie sich von ihrem Lehrer an der Düsseldorfer Kunstakademie und Ehemann, einen ganz eigenen Schriftzug. Und sie bekommt einen selbstgestalteten Pass mit dem Künstlernamen Oda Jaune. Kamilla Pfeffer erzählt in intensiven Filmgesprächen die Geschichte der deutsch-bulgarischen Malerin, der es in Paris endlich gelingt, den Ruf als Witwe des Professors Jörg Immendorf, abzulegen.

Ein Beitrag vom 19.02.2016 aus...

Stand: 18.02.2016, 10:05