Klassik und Kostüme - die Last Night of the Proms 2017

Klassik und Kostüme - die Last Night of the Proms 2017

"Very british" war es am Samstag in Iserlohn. Rund 1.000 Besucher feierten mit WDR 3 das Public Viewing der "Last Night of the Proms". Feiern wie die Briten? Das geht in Iserlohn.

Eindrücke Last Night of The Proms

Die Veranstaltung ist Kult, die Tickets für das Event sind immer innerhalb kürzester Zeit vergriffen: WDR 3 und das WDR Funkhausorchester feierten am Samstagabend zum 6. Mal die "Last Night of the Proms" - erstmals im Parktheater Iserlohn.

Die Veranstaltung ist Kult, die Tickets für das Event sind immer innerhalb kürzester Zeit vergriffen: WDR 3 und das WDR Funkhausorchester feierten am Samstagabend zum 6. Mal die "Last Night of the Proms" - erstmals im Parktheater Iserlohn.

'Very british' geht es schon vor der Veranstaltung zu. Neben den "58th Scottish Volunteers e.V. Pipes and Drums" stimmt auch der Iserlohner Musikverein "Die Waldstädter" auf den Abend ein.

Punkt fünf Uhr ertönen sechs Schüsse, die Türen zum Parktheater werden geöffnet.

Vor der Übertragung aus der Royal Albert Hall stehen das WDR Funkhausorchester und die Sopranistin Jana Marie Gropp auf der Bühne. Die junge Künstlerin wird vom Publikum gefeiert. Sie ist nicht nur ausgebildete Sängerin, sondern studiert auch Medizin.

Wayne Marshall hat die "Last Night of The Proms" gespielt und er hat auch schon die "First Night of the Proms" gespielt. Der Leiter des WDR Funkhausorchesters hat in Sichtweite der Royal Albert Hall studiert. 1998 hatte er als Organist bei der "Night of the Proms" sein Debüt in der ehrwürdigen Halle.

Das erste Konzert in England wurde am 10. August 1895 vor 2.500 Gästen gegeben, heute gibt es zahlreiche Public-Viewings in ganz Großbritannien. Im Iserlohner Parktheater feiern rund 1.000 Gäste mit.

Peter Went aus Paderborn hat Wayne Marshall 1998 bereits live in London erlebt. Die "Night of the Proms" hat der Deutsch-Brite seitdem nicht mehr verpasst. Er ist auch schon zum sechsten Mal beim Public Viewing von WDR 3 dabei. Besonders begeistert ist er von der riesigen, mehr als 70 Quadratmeter großen Leinwand. Auf die Theaterbestuhlung würde er am liebsten verzichten, vor allem im letzten Teil, wenn so richtig gefeiert wird.

Die "Last Night of the Proms" ist in England das Abschlusskonzert einer Serie mit über 70 Konzerten, hauptsächlich in der Royal Albert Hall. Mit dem Konzert endet die 123. Saison. Bei den Proms gibt es keine Kleiderordnung, das Angebot reicht von günstigen Stehplätzen bis zu exklusiven Sitzplätzen.

Das ist es auch, was den Bonner Joachim Ströter an der "Last Night of the Proms" und an der Konzertserie begeistert: "Die breite Masse wird wieder zur Klassik hingeführt", sagt er. In England besuchen einige Gäste die Proms seit Jahrzehnten, einige sogar jedes Konzert in der Saison. Für viele ist es fast alltäglich: Sie gehen nach der Arbeit direkt ins Konzert.

Durch den Abend in Iserlohn führt Moderator Jörg Lengersdorf, der auch ein Gespräch mit dem Korrespondenten in der Royal Albert Hall führt. Themen sind der Brexit, aber vor allem die Schwangerschaft von Prinzessin Kate und die Einschulung des ältesten Sohns George. Der werde liebevoll "His Royal Shyness" genannt, weil er so schüchtern bei der Einschulung an der Hand seines Vaters war.

Ein besonderes Lob gibt es für Moderator Lengersdorf von WDR 3 Programmchef Karl Karst, als er mit dem Leiter des Iserlohner Kulturbüros, Johannes Jostmann auf der Bühne steht. Denn der Moderator führt souverän durch den Abend und gibt viele erhellende Erläuterungen zu dem Konzert.

Unter dem Motto „Der Zauberberg von Iserlohn – mit Feen und Kobolden durch die Nacht“ gibt es beim WDR 3 Public Viewing natürlich wieder einen Kostümwettbewerb. Für Heinz und Christane Dreston ist es Ehrensache mitzumachen. Sonst sieht das Paar die "Last Night of the Proms" immer im Fernsehen. "Da es jetzt aber bei uns vor der Tür ist und unter so einem schönen Motto steht, mussten wir natürlich hin", sagt Christiane Dreston. Sie liebe die positiv verrückten englischen Fans und die ganze Atmosphäre.

Wolfgang Stein hat sein Kostüm aus einem Verleih. Allerdings hat er den Hexenhut noch getauscht und mit der Sonnenbrille wurde das Zauberoutfit perfekt - er schafft es damit unter die Gewinner des Wettbewerbs. Stein ist übrigens zum dritten Mal bei der "Last Night of the Proms". Davon, dass die Veranstaltung jetzt erstmals in Iserlohn stattfindet, ist der Iserlohner natürlich begeistert.

Alle Gewinner präsentieren sich auf der Bühne. Klassik und Kostüme passen bei der "Last Night of the Proms" sehr gut zusammen.

Während der erste Teil des Konzerts noch eher ernst ist, ist der zweite geprägt von Humor und Patriotismus. 1969 versuchte die BBC, "Land of Hope an Glory" und "Rule Britannia" aus dem Programm zu kippen; doch das Publikum hat sich erfolgreich gewehrt. Bis heute gehören die Stücke zum großen Finale.

Wie in London singt und tanzt auch das Publikum in Iserlohn mit. Für 2018 ist bereits eine siebte Auflage des WDR 3 Public Viewings geplant.

Stand: 10.09.2017, 09:43 Uhr