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Übergriffe auf Frauen: Bedrängt, begrapscht, bestohlen

WDR 2 Arena - 07.01.2016

Übergriffe auf Frauen: Bedrängt, begrapscht, bestohlen

Eine Woche sind die massiven Übergriffe auf Frauen in Köln, Düsseldorf, Stuttgart, Hamburg und anderen Städten jetzt her. Dutzende Frauen sind bedrängt worden, ausgeraubt, sexuell belästigt, zwei sogar vergewaltigt worden. Mitten in der Stadt, in Köln vor dem Dom und dem Hauptbahnhof. Und die Polizei? Steht dabei und ist hilflos.

Wie kann es sein, dass sich 1.000 Männer in der Innenstadt versammeln, randalieren, Silvester-Raketen in die Menge schießen, mit Böllern um sich werfen und niemand schreitet ein? Niemand hat von den Vorbereitungen, von den Absprachen, die es gegeben haben muss, etwas mitbekommen?

Blaulicht auf einem Polizeifahrzeug vor dem Kölner Hauptbahnhof

Die Kölner Polizei steht nach den Übergriffen an Silvester in der Kritik

Die Zahl der Strafanzeigen steigt, und natürlich muss die Polizei Zeit bekommen, gerichtsverwertbare Fakten zu den Tätern zu ermitteln. Aber warum gibt es bislang noch kein einziges Ergebnis? Obwohl der Täterkreis klar benannt ist: Es waren Männer aus Nordafrika und dem arabischen Raum.

Bedrängt, begrapscht, bestohlen - Übergriffe auf Frauen in der Innenstadt

WDR 2 Arena | 07.01.2016 | 01:07:26 Min.

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Gibt es doch viel zu wenig Polizeibeamte oder sind die,die es gibt falsch eingesetzt? Und wer übernimmt für das Chaos in der Stadt die Verantwortung? Der Polizeipräsident, der wiederholt mit seinen Entscheidungen daneben lag?

Die neue Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker? Sie empfiehlt Frauen "eine Armlänge Abstand" von den Männern, um eine gewisse Distanz zu halten! Verhaltensvorschriften für die Opfer statt gegen die Täter vorzugehen? Männer, die sich an Frauen vergreifen, dürfen nicht straflos davonkommen – egal, wie betrunken sie sind, aus welchem Land sie kommen oder welcher Religion sie angehören.

Sonst geben wir den öffentlichen Raum auf, in dem sich alle – Männer und Frauen - frei bewegen und auch kleiden können, wie sie wollen. Und: was tun gegen die pauschale Verurteilung von Ausländern, gegen die rechtsradikale Hetzte im Netz gegen Flüchtlinge? Die Mehrzahl von ihnen ist nicht zu uns gekommen, um Gewalt auszuüben. Sie sind vor Gewalt geflohen.

Unsere Gäste im Studio

  • Lamya Kaddor, Islamwissenschaftlerin und Publizistin
  • Arnold Plickert, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei NRW

Stand: 08.01.2016, 07:20