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Erst nachdenken, dann stechen

Tattoos: Freude, Risiken und Nebenwirkungen

Erst nachdenken, dann stechen

Immer mehr Menschen lassen sich tätowieren. Wir haben Sie nach Ihren Geschichten rund um Ihr Tattoo gefragt. Außerdem gibt es vom Experten Dr. Klaus Hoffmann Tipps rund um die Tätowierung und auch deren Entfernung.

Bilder auf der Haut unserer Hörer

Jedes Bild auf der Haut hat seine Geschichte - Sie haben uns die Geschichten geschrieben und Fotos gesandt. Hier sind die Tätowierungen gesammelt.

Tätowierung von Julius Esser

Julius Esser ist Käferfahrer aus Leidenschaft, seitdem er denken kann. Seine Hoffnung: Wenn er groß ist, wird er Porsche...

Julius Esser ist Käferfahrer aus Leidenschaft, seitdem er denken kann. Seine Hoffnung: Wenn er groß ist, wird er Porsche...

Sandra Makat-Brunnert backt für ihr Leben gern und hat ihr Hobby auf dem Unterarm verewigt.

Sandra hat sich vor 15 Jahren die kleine Giraffe stechen lassen, eigentlich für ihren Mann, denn es ist sein Lieblingstier. Und sie liebt das Motiv bis heute, obwohl die Ehe nicht mehr besteht.

Die treue Hörerin Stefanie Althaus zeigt uns ihren verzierten Rücken.

Frank Passon hat sich den frechen Kater Garfield auf den Arm tätowieren lassen. Er ist seit seiner Kindheit großer Garfield-Fan.

Grillen ist meist Männersache und Martin Wehde wollte ein Tattoo, das niemand sonst trägt. Diese Tattoo trägt seines Wissens nur noch ein anderer Mensch in Deutschland.

Sebastian Schneider erklärt: "Meine Affen-Tätowierung! Eine Schnapsidee mit gutem Ausgang, denn Präsident des 12 Monkeys Beachhandball Clubs Köln passt so ein Affe mit ner '12' ganz gut. Und ein Säbel wurde auch mit ins Bild integriert, denn mein Spitzname ist Sebel."

Christian Bornemann ist ein "echt kölscher Jung", sagt seine Frau Marta. Denn die Vorlage war ihr Hochzeitsgeschenk: Ein Karnevalswappen von der Witzheldener Skyline bis zu der Kölner Skyline.

Svenja Schneider sendet ihr Tattoo - eine Ode an die alte Heimat Bremen und Grüße an die neue Heimat Lippe .

Tollkirschen und Co. - darüber freut sich Eva. Das Tattoo hat die Freundin ihres Bruders vor zwei Tagen erst gestochen.

Tätowiert bleiben, Cover Up oder entfernen?

Die Zahl der Menschen die sich tätowieren lässt, steigt, denn sich tätowieren zu lassen ist heute viel akzeptierter als noch vor einigen Jahren. So sind die meisten Menschen auch glücklich mit ihrem Tattoo, aber etwa zehn Prozent möchten es doch entweder verändern, also ein "Cover Up" machen, oder sie möchten es loswerden – zum Beispiel das berühmte Arschgeweih.

Methoden zum Entfernen werden immer besser

Vor 15 bis 20 Jahren wurden Tattoos entweder weggeschnitten oder mit einer hochtourigen Fräse die Haut abgeschliffen. Dann wurde Salz in die Wunde gestreut, um eine aseptische Entzündung auszulösen, diese Entzündung sollte das Tattoo nach außen spülen. Das hat aber Narben hinterlassen. Später hat man mit Lasern die Tatoos zerschossen - hier war das Ergebnis schon deutlich besser. Heute lassen sich mehr Menschen ein Tattoo entfernen, weil die Methoden besser geworden sind.

Viele Faktoren spielen eine Rolle

Dr. Klaus Hoffmann

Dr. Klaus Hoffmann

Es ist aber auch heute nicht so leicht, ein Tattoo gut zu entfernen. Beispielsweise kann man nie genau wissen, welche Stoffe in den Farben sind, wieviel Chemie enthalten ist und wie tief die Farbe sitzt. Auch ist jeder menschliche Körper anders in der Lage, die Farben abzubauen, obwohl sie heute um ein vielfaches besser herausgehen als noch vor wenigen Jahren. Die Farbe und die Größe des Tattoos spielen ebenfalls eine Rolle bei der Entfernung. Insbesondere die Farbe Rot kann, da sie an Eiweiße gekoppelt ist, Allergien auslösen. Diese können so hartnäckig sein, dass man das Rot komplett entfernen muss - mit einer Operation oder Schleifmethoden. Auch bei Sonnenschein muss man als Tätowierter vorsichtig sein: hält man beispielsweise sein Tattoo an die Sonne, entstehen reaktive Produkte, die ebenfalls Unverträglichkeitsreaktionen fördern können.

Entfernung unerwünschter Tattoos

Das permanetes Bild auf der Haut - was früher eher Seefahrern, Gangmitgliedern oder Sträflingen zugeschrieben wurde, ist heute gesellschaftsfähig. Trotzdem werden viele Tattoos wieder entfernt - in stundenlangen Sitzungen und für viel Geld.

Kleine Tattoos lassen sich leichter entfernen als große

Mit den ganz modernen Geräten, den Picosekundenlasern, geht eine Tattoo-Entfernung relativ schnell. Eine Sitzung kostet zwischen 250 und 500 Euro.

Mit den ganz modernen Geräten, den Picosekundenlasern, geht eine Tattoo-Entfernung relativ schnell. Eine Sitzung kostet zwischen 250 und 500 Euro.

Kleine Motive lassen sich besser entfernen, als großflächige Tattoos. Vorher...

... und nach der Entfernung. Dank neuer Technologie bleiben kaum Spuren.

Es gibt auch gesundheitliche, nicht nur ästhetische Gründe für eine Entfernung. Besonders rote Farbe löst schnell Allergien aus.

Dr. Klaus Hoffmann, Leiter der Klinik für Dermatologie & Allergologie im St. Josef Hospital Ruhr-Universität-Bochum, zu Gast bei WDR 2.

Tätowieren nur mit Gütesiegel

Die Gründe, warum sich Menschen ihr Tattoo wieder entfernen lassen, können sehr unterschiedlich sein. Häufig gibt es Menschen, die schon am nächsten Tag bereuen, sich ein Tattoo tätowiert zu haben. Daher gibt es den Satz "Think before you ink". Aber es gibt aber auch schlechte Tattoos, daher wird empfohlen sich vorher gut über den Tätowierer zu informieren und sich am besten an den Berufsverband der Tätowierer zu wenden, um herauszufinden wo Studios und Tätowierer mit Gütesigel sein - denn auf die kann man sich in der Regel verlassen.

Wann man ein Tattoo meiden sollte

Den Namen des Partners sollte man sich auf keinen Fall tätowieren lassen. Denn wenn der wechselt, kann das zum Problem werden. Und auch bei bestimmten Berufen, die man später wählt, kann ein Tattoo zum Problem werden – auch das sollte vorher bedacht werden. Menschen mit überschießenden Narbenbildungen sollten sich ebenfalls besser nicht tätowieren lassen. Einem guten Tätowierer sollten solche Dispositionen aber bekannt sein, also Allergien oder Hautkrankheiten wie Schuppenflechte.

Kosten der Tatoo-Entfernung

Daher sollte man eines auf jeden Fall bedenken: Sich ein Tattoo machen zu lassen ist relativ preiswert – beim Entfernen sieht es schon anders aus. Hier müssen Technologien eingesetzt werden, die ab 60.000 Euro kosten. Eine Sitzung beläuft sich da also 150 Euro bei zehn bis 15 nötigen Sitzungen. Mit den ganz modernen Geräten, den Picosekundenlasern, kostet eine Sitzung zwischen 250 und 500 Euro. Das ist teuer, geht aber sehr viel schneller, ist nebenwirkungsärmer und auch das Ergebnis ist besser. 

Stand: 09.08.2015, 00:00