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G20-Gipfel: Krawalle waren vorprogrammiert

G20-Treffens in Hamburg

WDR 2 Klartext

G20-Gipfel: Krawalle waren vorprogrammiert

Von Kristine Jansen

Was den G 20-Gipfel in Hamburg angeht, scheinen sich viele Menschen in Deutschland einig zu sein, dass Aufwand und Nutzen in keinem Verhältnis zueinander stehen - das sagen die Zahlen im aktuellen Deutschlandtrend. Die Polizei ist hart gegen die Demonstranten vorgegangen - Leidtragende sind die normalen Hamburger Bewohner, meint Kristine Jansen in einem WDR 2 Klartext.

Das sind nicht die Bilder, die Hamburg vom G20 um die Welt schicken wollte: Brennende Autos, zerstörte Geschäfte, verletzte Polizisten – Hubschrauber stundenlang über einer Stadt, die sich in Teilen belagert und an anderen Stellen ausgestorben anfühlte.

Null Toleranz – das hatte die Polizei zwar nicht offiziell angekündigt - aber es war klar, dass die Hamburger Einsatzleitung, verstärkt von Polizei aus allen Bundesländern und dem Bund, kein Risiko eingehen wollte. Wochenlang hatte sie vor dem größten schwarzen Block, den die Stadt je gesehen hat, mehr als 8.000 Militante – gewarnt. Als es dann los ging, waren es deutlich weniger, 2.000 etwa – darunter viele aus anderen europäischen Ländern.

Warum die Eskalation, die Teile der Demonstranten sicher wollten und provoziert haben? Insofern haben sie bekommen, was sie wollten, aus der Menge heraus, ritualhaft, ohne Sinn und Verstand und sogar ohne jede politische Botschaft. Wenn man das "Gewalt in die Städte tragen", das "Kapital angreifen" noch nicht als politische Botschaft begreift. Offensichtlich war Gewalt gegen Sachen und Menschen eingeplant. Und hält bis heute an.

Was hätte die Polizei also tun können? Vermutlich wäre das Ergebnis dasselbe gewesen, auch wenn sie bei der "Welcome to hell"-Demo nicht sofort – gegen den schwarzen Block, und wie Beobachter sagen unnötig hart - eingeschritten wäre.

Kristine Jansen, NDR

Kristine Jansen, NDR

Hauptziel der Polizei ist es, den Gipfel, die Staatschefs und deren Delegationen, die Hotels zu schützen. Das ist gelungen, dank der harten Strategie konnten diese Ziele erreicht werden: Fahrten vom Flughafen zu Hotels, zu bilateralen Treffen und zum Tagunsort liefen reibungslos. Die Staastschefs haben vom Tumult um sie herum wenig mitbekommen.

Allerdings: Leidtragende sind die normalen Hamburger. Ihnen hatte Bürgermeister Olaf Scholz versprochen, dass der G20 sie kaum betreffen werde. Noch gestern sprach er von schönen Bildern aus einem Hamburg, in dem immer die Sonne scheine. Dabei ist es natürlich wahr: Ein Gipfel in einer Stadt wie Hamburg, mitten in einem linksgewirkten Stadtteil ist eine Provokation für diese Szene, die Mobilisierng war enorm. Die Gewalt der vergangenen Nacht ist insofern die Konsequenz einer politischen Entscheidng. Wer G20 in Hamburg will, muss ihn zur Not mit aller Macht durchsetzen.

G20-Gipfel: Krawalle waren vorprogrammiert

WDR 2 | 07.07.2017 | 02:37 Min.

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Stand: 07.07.2017, 18:46