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"Begrenzt und in Maßen"

Aufgeschlagener Duden Mathematik, Basiswissen Schule

Nachhilfe für Schüler

"Begrenzt und in Maßen"

In Deutschland bekommen 1,2 Millionen Schüler Nachhilfe - und das aus unterschiedlichen Gründen. Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologen-Verbandes in NRW, plädierte auf WDR 2 für Nachhilfe in Maßen.

Laut Peter Silbernagel sei eine individuelle Förderung an Schulen nicht mehr gewährleistet. "Nicht, weil die Schule es nicht machen will, sondern weil die Rahmenbedingungen nach wie vor nicht so sind, dass man jedem Schüler, jeder Schülerin gerecht werden kann. Wir haben nach wie vor sehr große Klassen, wir haben nach wie vor – wenn ich mal auf Nordrhein-Westfalen blicke – viel zu wenig Lehrerinnen und Lehrer." So bliebe es nicht aus, dass Eltern der Auffassung seien, sie müssten nachsteuern.

"Mehr Gelassenheit praktizieren"

Es sei nicht ganz nachvollziehbar, dass auch gute Schüler Nachhilfe bekämen, die gute Noten hätten, betont Silbernagel. "Ich glaube, dass ein wesentlicher Grund die Erwartungshaltung der Eltern ist. Damit wird ein gewisser Druck auf die eigenen Kinder, auf die Jugendlichen auch ausgeübt. Das halte ich nicht immer für glücklich oder sinnvoll. Da würde ich appellieren, mehr Gelassenheit zu praktizieren und auch das Notenspektrum unterhalb von sehr gut gleichermaßen zu wertschätzen."

Nachhilfe zeitlich begrenzen

Nachhilfe sei dann sinnvoll, wenn sie zeitlich sehr begrenzt und auch begründet sei, so Silbernagel auf WDR 2. "Beispielsweise dann, wenn ein Kind längerer Zeit aus Krankheitsgründen ausgefallen ist und im Unterricht nur schwer den Kontakt wieder finden kann. Oder wenn es besondere psychische Probleme im Umfeld des Kindes gibt."

Stand: 27.01.2016, 14:55