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The Cure in Köln: Drei Stunden Wahnsinn

WDR 2 präsentierte

The Cure in Köln: Drei Stunden Wahnsinn

Von Ingo Schmidt

Vor 40 Jahren begann die Story der Punk- und Wave-Legende The Cure. Bei ihrem Konzert in der ausverkauften Kölnarena zeigten die Briten jedoch weit mehr als eine nostalgische Greatest-Hits-Show.

The Cure in Köln

Drei Stunden Wahnsinn am 10.11.2016 in der Lanxess-Arena in Köln

The Cure-Sänger Robert Smith in Köln

Die Wave-Ikonen um Mastermind Robert Smith kamen zwar ohne ein aktuelles Album. Aber 40 Jahre Bandgeschichte bieten genug Stoff für ein fast dreistündiges Konzert der Extraklasse.

Die Wave-Ikonen um Mastermind Robert Smith kamen zwar ohne ein aktuelles Album. Aber 40 Jahre Bandgeschichte bieten genug Stoff für ein fast dreistündiges Konzert der Extraklasse.

The Cure spielte keine Nostalgieshow, sondern transportierte den Wave ins Jahr 2016. Die 30 Songs der Setlist waren teils ein eigenwilliger Mix des Materials von insgesamt 13 Studioalben, erst nach hinten raus verdichteten sich die Hits.

Im Zentrum ein – wen überrascht's – ganz in schwarz gekleideter Robert Smith: toupierte Duttfrisur, schwarz umrandete Augen und blutrote Lippen.

Um ihn turnte unentwegt sein alter Weggefährte Simon Gallup, mit Iron Maiden Shirt, Riesentolle und Bass auf den Knien – ein sympathischer großer Junge.

Fast unauffällig agierte dagegen Keyboarder Roger O'Donnell, der aber gekonnt den immer intensiver werdenden Cure-Sound umrahmte.

Die Fans feierten ein bombastisches Konzert mit The Cure. Nach drei jeweils 20-minütigen Zugabeblöcken hatte Sänger Robert Smith noch eine wichtige Botschaft an sie: "Wir kommen wieder!"

Einen Abend vor dem karnevalistischen Ausnahmezustand am 11.11. fand der Wahnsinn bereits in der Kölnarena statt. 17.000 Fans feierten ein bombastisches Konzert mit The Cure. Die britischen Wave-Ikonen um Mastermind Robert Smith kamen zwar ohne ein aktuelles Album. Aber 40 Jahre Bandgeschichte sind Grund genug um 30 Konzerte in 17 europäischen Ländern zu spielen. Köln war der einzige NRW-Termin von insgesamt sechs in Deutschland. Bereits am Nachmittag bildeten sich daher Staus und lange Schlangen vor den Toren der Arena. Dafür wurden die teils von weit her angereisten Fans mit einem fast dreistündigen Konzert der Extraklasse mehr als entschädigt.

Düstere Gesellen

Im Vorfeld mindestens genauso spannend zu wissen, wie wohl die Altmeister des Wave 2016 drauf sind, war die Frage nach den Fans. Wave und Punk waren in ihren Ursprüngen auch modische (Under-)Statements. Wer erinnert sich nicht an die düsteren Gesellen, die in der "Disse" mit dem Oberkörper parallel zur Tanzfläche den "Poppern" Show und Raum stahlen? Wie sehen die heute aus? Und gibt es viele Nachwuchsfans der Kultband? Einige gestandene Herren um die 50 hatten tatsächlich Kajal und Lippenstift zu Ehren des exaltierten Cure-Sängers Smith aufgetragen. Fans im vollendeten Gothic-Look waren keine Seltenheit, teils gingen die Outfits Richtung Punk oder Ted. Ein Mix, der sich dann ab 20 Uhr auch musikalisch in der großen Bandbreite von The Cure widerspiegelte.

Prädikat: zeitlos!

Und die Protagonisten waren ebenso großartig drauf. Im Zentrum ein – wen überrascht's – ganz in schwarz gekleideter Robert Smith: toupierte Duttfrisur, schwarz umrandete Augen und blutrote Lippen. Stimmlich schien der 57-jährige kaum gealtert zu sein. Um ihn turnte unentwegt sein alter Weggefährte Simon Gallup, mit Iron Maiden Shirt, Riesentolle und Bass auf den Knien – ein sympathischer großer Junge. Reeves Gabrels dürfte vor allem den Puls der Gitarrenfans beschleunigt haben. Er hat schon einige Töne im Auftrag von David Bowie erzeugt. Jason Cooper legte ein beeindruckendes Arbeitspensum an seinen Drums hin, das Programm enthielt zudem keine einzige Ballade. Fast unauffällig agierte dagegen Keyboarder Roger O'Donnell, der aber gekonnt den immer intensiver werdenden Cure-Sound umrahmte. Letzterer bekam an diesem Abend auf jeden Fall das Prädikat: zeitlos! The Cure spielte keine Nostalgieshow, sondern transportierte den Wave ins Jahr 2016.

The Cure in Köln: Drei Stunden Sogwirkung

WDR 2 | 11.11.2016 | 02:33 Min.

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Eine Stunde Zugaben

Die 30 Songs der Setlist waren teils ein eigenwilliger Mix des Materials von insgesamt 13 Studioalben, erst nach hinten raus verdichteten sich die Hits. Aber sah man sich in der Halle um, so schien die Mehrzahl durchgängig mitzusingen. Klar, die Highlights waren dennoch die Gassenhauer wie "Boys Don't Cry", "Friday I'm In Love", "Lullaby" oder "Close To Me". Aber das Atemberaubende war, wie konstant sich das Partyniveau vom Opener bis zur letzten Zugabe hielt. Am Ende war kein Sitzplatz auf den Rängen mehr besetzt, der Innenraum war unbestuhlt. Eine aufwendige Licht- und Videoshow ließ die Grenzen zwischen Bühne und Saal noch mehr verschmelzen. Der charismatische Robert Smith hielt alle Fäden in der Hand. Bis auf einen kleinen Seitenhieb in Richtung Donald Trump hielt er sich mit Ansprachen bis zum Ende zurück. Nach drei jeweils 20-minütigen Zugabeblöcken richtete er aber noch eine wichtige Botschaft an die Kölner Fans: "Wir kommen wieder!"

Setliste
1. Open
2. alt.end
3. The Walk
4. Push
5. In Between Days
6. Pictures of You
7. Before Three
8. High
9. A Night Like This
10. The End Of The World
11. Lovesong
12. Just Like Heaven
13. Trust
14. From The Edge Of The Deep Green Sea
15. One Hundred Years
16. End
17. Step Into The Light
18. Want
19. Burn
20. A Forest
21. Fascination Street
22. Never Enough
23. The Hungry Ghost
24. Wrong Number
25. Lullaby
26. Friday I'm In Love
27. Doing The Unstuck
28. Boys Don't Cry
29. Close To Me
30. Why Can't I Be You?

Stand: 11.11.2016, 08:00