Live hören
Jetzt läuft: Smooth criminal von Michael Jackson

Ein Künstler zwischen Buch und Leinwand

WDR 2 Die Kritiker - Miró - Malerei als Poesie

Ein Künstler zwischen Buch und Leinwand

Von Claudia Dichter

Der Spanier Joan Miró (1893 – 1983) zählt mit seinen rätselhaften Zeichen, tanzenden Himmelskörpern und verspielten Figuren zu den beliebtesten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Das K20 in Düsseldorf zeigt jetzt Bilder und Buchillustrationen aus all seinen Schaffensphasen, die sich in besonderer Weise mit Literatur auseinandersetzen.

Joan Miró war ein begeisterter Leser. Goethe, Baudelaire, Apollinaire, er hat die Klassiker der Weltliteratur ebenso verschlungen wie Zeitgenossen. Schon als junger Maler hat er sich nicht nur davon inspirieren lassen, er hat Buch - und Zeitschriftentiitel auch direkt in seine Gemälde einfließen lassen.

Miró - Blick in einen Ausstellungsraum in der Kunstsammlung Düsseldorf.

Joan Miró (1893–1983) gehört zu den erfindungsreichsten Künstlern des 20. Jahrhunderts.

Befreiung der Sprache

Geboren in Barcelona, ging er Anfang der 1920er Jahre nach Paris und befreundete sich mit Künstlern und Schriftstellern wie André Breton, Tristan Tzara oder Paul Eluard. Sie alle arbeiteten an der Befreiung der Sprache von Form und Sinn, und Joan Miró entwickelte unter ihrem Einfluss ebenfalls eine befreitere Formensprache, in der realistische Elemente immer mehr dem freien Spiel von Farben, Formen und Linien wich. Immer wieder setzte er einzelne Buchstaben oder Worte ins Bild und der intensive Kontakt zu Künstlerkreisen war für beide Seiten befruchtend.

Wechselbeziehungen zwischen Kunst und der Literatur

Miró wurde einegladen, Bücher zu illustrieren, mehr als 250 Künstlerbücher sind so im Laufe seines Lebens entstanden, in denen sich Schrift und Bild als gleichwertige Partner ergänzen. Die Düsseldorfer Ausstellung: Miró - Malerei als Poesie" zeichnet anhand von rund 110 Gemälden, Zeichnungen und Malerbüchern die vielschichtigen Wechselbeziehungen zwischen seiner Kunst und der Literatur auf.

Ergänzt wird die Ausstellung durch ein Lesezimmer, das der Bibliothek Joan Mirós nachempfunden ist. Hier sind Kunstwerke, mit denen er sich umgeben hat, ebenso zu sehen, wie die Bücher, die er gelesen hat. Die Besucher sind eingeladen, Platz zu nehmen und hier in den geistigen Kosmos dieses großen Künstlers einzutauchen. Sehr sehenswert!

Miró - Malerei als Poesie
12.06.2015 bis 27.9.2015

K20
Grabbeplatz 5
40213 Düssseldorf
12.06.2015 bis 27.9.2015

Öffnungszeiten: DI bis FR 10 bis 18 Uhr, SA und SO 11 bis 18 Uhr
Eintritt: 12,00 / 2,50 / 10,00 Euro

Stand: 11.06.2015, 15:06