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"Wir haben Qualität im Kader"

WDR 2 Gespäch mit André Breitenreiter

"Wir haben Qualität im Kader"

Das Trainingslager des FC Schalke 04 findet dieses Jahr in Orlando/Florida statt. WDR 2 Reporter Jan Wochner hat dort mit Trainer André Breitenreiter über dessen Zukunftspläne für die Mannschaft gesprochen.

In zwei Wochen ist Bundesliga-Start, auch für die Schalker geht es los - und zwar mit dem Spiel zuhause gegen Werder Bremen am 24.01.2016. Als er aus Paderborn kam als Trainer, hatte er gerade den Abstieg hinter sich, die Rede ist von André Breitenreiter, und Teile der Schalker Fans waren skeptisch. Aber es gab auch viele, die komplett überzeugt waren. Er ist ein hemdsärmliger, positiver Typ - das ist die Überzeugung der Fans, die sich schon damals sehr freuten und als es dann los ging mit der Saison, waren alle Fans vollends überzeugt beim derzeit Tabellen-Sechsten. Im Trainingslager in Florida hat Jan Wochner mit Schalkes Trainer André Breitenreiter gesprochen.

WDR 2: André Breitenreiter, was mir aufgefallen ist, als Sie kamen ist eine Euphorie losgetreten worden beim FC Schalke, wie ich sie noch nicht erlebt habe. Haben Sie eigentlich Verständnis dafür, wenn nach dem besten Saisonstart seit 44 Jahren auf einmal bei eins, zwei nicht so guten Spielen wieder so eine große Unruhe losgetreten wird?

André Breitenreiter: Also diese große Unruhe habe ich garnicht wahrgenommen, sondern die ist ja durch andere Nebengeschichten zustande gekommen. Ich persönlich spüre jederzeit komplette Ruhe im Verein. Denn jeder weiß unsere Situation ja auch realistisch einzuschätzen.

WDR 2: Ich meine aber nicht nur die Fans, ich meine auch zum Beispiel das mediale Umfeld, mit dem Sie natürlich auch zu kämpfen haben und das sicherlich auch schon in dieser Saison den FC Schalke sehr kritisch gesehen hat.

André Breitenreiter: Ja, aber letztendlich hat da auch jeder seine eigene Meinung, die darf man ja auch gerne haben. Deshalb ist es mir eigentlich relativ egal, wer wie politisch berichtet, denn das kann ich eh nicht beeinflussen.

WDR 2: Mir fällt aber auf, dass Sie sich da immer sehr deutlich ja dann vor die Mannschaft stellen und diese Kritik abblocken. Gibt es da trotzdem manchmal so Situationen, in denen Sie sagen, ok, intern spreche ich es dann aber auch anders an?

André Breitenreiter: Ja, Sie können sich sicher sein, dass ich jemand bin, der knallhart handeln kann, aber öffentlich immer die schützende Hand drüber halten würde, denn die Jungs unterliegen ja auch einem Entwicklungsprozess. Ein neuer Trainer ist zur Mannschaft gekommen, der eine neue Art von Fußball einfordert, der eine andere Art von Mentalität einfordert und diesen Prozess muss die Mannschaft sich auch erst aneignen und diese Zeit muss man ihr auch geben.

WDR 2: Sie sind jetzt ein halbes Jahr auf Schalke, Sie sind sehr selbstbewusst, wissen genau, wo Sie lang wollen. Haben Sie auch einen größeren Plan für sich, wenn Sie jetzt über die nächsten Monate hinaus schon?

André Breitenreiter: Da bin ich recht entspannt. Meine persönliche Entwicklung als Trainer ist ebenfalls sehr rasant gestigen - innerhalb von fünf Jahren sitze ich bei einem international renomierten Verein als Trainer auf der Bank. Das macht mich stolz und ich denke, das ist das beste Beispiel dafür, sich für harte Arbeit vieles zu verdienen, um die nächsten Schritte zu gehen und möchte, wenn nötig, mit dem Schalke 04 langfristig arbeiten und auch Titel gewinnen.

WDR 2: Danke, André Breitenreiter. Bleibt noch Zeit für einen Besuch im Freizeitpark?

André Breitenreiter: Im Freizeitpark nicht, aber wir werden Samstag Abend zum Basketball gehen: Orlando gegen Washington. Und jeder, der das im Fernsehen beobachtet, kann vielleicht ein wenig aufpassen, ob vier unserer Spieler sich bei jedem Korb-Treffer der Washingtoner freuen, denn das müssen vier unserer Spieler machen, weil sie gestern einen Wettkampf verloren haben

WDR 2: Na dann sind wir mal gespannt, welche Spieler das sind. Danke an Herrn Breitenreiter.

André Breitenreiter: Gerne, danke, ciao.

Das Interview führte WDR 2 Reporter Jan Wochner.

Stand: 09.01.2016, 16:12