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Feinstaub durch Feuerwerk

Eine Hand hält einen Silvesterkracher

Belastung in der Silvesternacht

Feinstaub durch Feuerwerk

Die vielen Böller und Raketen in der Silvesternacht blasen ordentlich Feinstaub in die Luft. Zum Glück ist die Feinstaubbelastung in NRW in diesem Jahr insgesamt zurückgegangen. Ein Gespräch mit Ruth Schulz aus der WDR Wissenschaftsredaktion.

Macht uns die Silvesternacht jetzt die gute Bilanz wieder kaputt?

Ruth Schulz: Die Bilanz wird nicht angekratzt, denn nur wenn die Grenzwerte an einzelnen Messstationen mehr als 35 Mal überschritten werden, dann müssen die Städte reagieren. Und ist in diesem Jahr in Nordrhein Westfalen nicht passiert. Aber die Feinstaubgrenzwerte werden heute Nacht ganz sicher wieder in vielen Städten überschritten. Wie das an hier und da genau sein wird und wie lange die Staubbelastung bleibt, hängt auch vom Wetter abhängen. Davon wieviel Wind weht, ob es um Mitternacht noch regnet. Das Umweltbundesamt registriert regelmäßig, dass Neujahr die höchsten Feinstaubwerte gemessen werden. Bis zu 1000 Mikrogramm/Kubikmeter – Der Tagesgrenzwert liegt bei 50 Mikrogramm – Neujahr also 20 Mal mehr als an anderen kritischen Tagen.

Wie schädlich ist denn dieser Staub?

Ruth Schulz: Fast jeder merkt in der Silvesternacht, wenn in der Nähe viel geknallt wird, dass es im Hals kratzt. Asthmatiker sind sowieso gewarnt. Größere Staubteilchen bleiben im oberen Nasen und Rachenraum – man räuspert sich oder die Härchen in der Nase halten sie zum Teil zurück. Das merkt man beim Schniefen an etwas dunkleren Taschentüchern. Je kleiner die Teilchen sind, desto tiefer können sie aber in die Lunge geraten – über die Bronchien und ihre Verzweigungen bis in die Lungenbläschen. Von dort können sie durch die Zellmembran bis ins Blut und andere Organe gelangen. Diese feinsten Teilchen sind also besonders heikel.

Was kann man tun?

Ruth Schulz: Ich will niemandem jetzt das Knallen vermiesen. Aber wenn man sich vorstellt -  dass es so viel feinster Staub sein wird, wie alle Autos in Deutschland in zwei Monaten abgeben – man könnte sich im nächsten Jahr vielleicht ein bisschen einschränken. Von ein paar Stunden mit viel Feinstaub in der Luft wird man aber nicht krank – kritisch ist vor allem die andauernde Luftverschmutzung. Menschen die empfindlich sind oder krank, können sich heute Nacht etwas abseits stellen bald wieder reingehen oder vom geschlossenen Fenster aus zugucken. Auch kleine Kinder müssen vielleicht nicht mitten im Trubel sein –denen ist sowieso zu laut. Kinder haben ja viel empfindlichere Ohren als Erwachsene. Und Tiere übrigens auch.

Das Gespräch führte Stefan Vogt

Stand: 31.12.2015, 08:00