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Winterstrategien von Tieren und Pflanzen

Ein Siebenschläfer im Winterschlaf liegt zusammengerollt zwischen braunen Eichenblättern

Winterschlaf ung Alkohol

Winterstrategien von Tieren und Pflanzen

Nach dem milden Dezember bringt der Januar den Winter nach NRW. Wie gehen Pflanzen und Tiere mit der plötzlich einsetzenden Kälte um? Holger Sticht vom BUND erklärt, wie die Natur sich auf den Winter einstellt.

An vielen Ort ragten in den verganenen Tagen schon die ersten grünen Kartoffeltriebe aus der Erde, nun fällt Schnee. Ist die Ernte in Gefahr? "Unsere heimischen Pflanzenarten haben Überlebenstrategien, wenn es kälter wird. Die funktionieren seit tausenden von Jahren und länger und die werden auch diesmal funktionieren", beruhigt Holger Sticht, Landesvorsitzender des Naturschutzvereins BUND in Nordrhein-Westfalen.

Holger Sticht, Vorsitzender des BUND Landesverbandes Nordrhein-Westfalen

Holger Sticht, Vorsitzender des BUND Landesverbandes Nordrhein-Westfalen

Viele Pflanzen seien zum Beispiel dazu in der Lage, kurzfristig Zucker in Zuckeralkohol umzuwandeln und so den Gefrierpunkt ihrer Zellen herabzusetzen. So vermeiden beispielsweise Kartoffeln, dass die Eiskristalle gefrierenden Wassers ihre Zellstruktur schädigen. Gerade Knollen und Zwiebelgewächse, sogenannte "Geophyten", seien außerdem in der Lage, mehrmals auszutreiben und so einen möglicherweise erfrorenen ersten Trieb zu kompensieren.

Viele Wildtiere halten Winterschlaf

Auch die heimischen Wildtiere haben im Laufe der Evolution Überlebensstrategien für die kalte Jahreszeit entwickelt. "Die sind in der Lage, einfach ihren Stoffwechsel herunterzufahren", erläutert Holger Sticht. Durch das Absenken der Körpertemperatur können viele Tiere über lange Zeiträume auf die Aufnahme von Nahrung verzichten - sie halten Winterschlaf. Das bedeutet aber nicht, dass diese Tiere die Wiederkehr des Frühlings einfach verpennen. "Winterschlaf heißt nicht, dass diese Tiere sechs Monate, oder wie der Siebenschläfer sieben Monate, durchschlafen. Da sind sowieso Pausen drin", so der Umweltexperte.

Stand: 15.01.2016, 09:33

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