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Mafia in Mexiko

Der mexikanische Drogenboss  "El Chapo, der Schauspieler  Sean Penn und die Schauspielerin Kate del Castillo.

Der Drogenbaron und seine Maitresse

Mafia in Mexiko

Von Regina Mennig

Immer wieder Aufsehen erregend ist der Fall von "El Chapo" Guzmán aus Mexiko. Nach einem spektakulären Gefängnisausbruch sitzt er seit kurzem wieder hinter Gittern. Fallstrick war offenbar seine Liaison mit einer Telenovela-Schauspielerin...

Dass zwischen Kate del Castillo und "El Chapo" Joaquín Guzmán etwas im Busch ist, witterte die Öffentlichkeit 2011 - damals tauchte sein Name immer öfter in ihren Twitter-Nachrichten auf. Kate del Castillo spielt die Hauptfigur in der TV-Serie "Königin des Südens": eine junge Frau aus dem mexikanischen Bundesstaat Sinaloa, die zur mächtigsten Frau der Narco-Szene in Spanien aufsteigt. "El Chapo Guzmán" ist Chef des mächtigen Sinaloa-Kartells, zeitweise meistgesuchter Drogenboss in Mexiko und den USA und weltweit bekannt für seine spekakulären Gefängnisausbrüche.

Die Schauspielerin Kate del Castillo.

Schauspielerin Kate del Castillo

Die Dialoge zwischen den beiden mutmaßlichen Turteltauben klingen so herzzerreißend, als kämen sie geradewegs aus Kates Telenovela: "Ich werde dich beschützen wie mein Augenlicht", schreibt Guzmán. "Es bewegt mich so sehr, dass du das sagst. Noch nie hat mich jemand beschützt!", erwidert del Castillo. Die mexikanischen Ermittler veröffentlichten das SMS-Liebesgesäusel Ende 2015, nachdem sie Guzmán wieder einmal geschnappt hatten. Auf seine Fährte kam die Polizei, so die Vermutungen in Mexiko, weil der "Chapo" sich in seinem Versteck mit Hollywood-Star Sean Penn zum Interview getroffen hatte - arrangiert von der guten Kate.

Egal, was an seiner Affäre mit Kate del Castillo echt ist und was ins Reich der Telenovela gehört: "El Chapo" hat in Mexiko längst Kultstatus. T-Shirts mit seinem Konterfrei verkaufen sich bestens, unter den Kunden sind übrigens auch Polizisten. Guzmán hat es geschafft, sich ins Image des modernen Robin Hood zu hüllen - etwa, in dem sein Kartell im Bundesstaat Sinaloa Straßen und Kirchen baute. Dass der Drogenkrieg in Mexiko innerhalb der vergangenen neun Jahre rund 150.000 Tote gefordert hat, wird beim Hype um "El Chapo" offenbar erfolgreich ausgeblendet.

Stand: 09.02.2016, 10:00