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Happy Birthday Spike Lee!

Der US-amerikanische Regisseur Spike Lee

Musikspecial

Happy Birthday Spike Lee!

Von Marc Mühlenbrock

Der Regisseur wird heute 60 Jahre alt. Einer der wichtigsten Figuren des US-Kinos, gefeiert für seine Filme, insbesondere für seine Porträts der Afro-Amerikanischen Bevölkerung in den USA.

Spike Lee hat die Stories der Black Community auf die große Leinwand gebracht, er hat der schwarzen Bevölkerung der USA eine Stimme gegeben, genau wie seine großen Vorbilder in der Afro-Amerikanischen Geschichte. Allen voran Malcolm X, den großen schwarzen Bürgerrechtler den Spike Lee 1992 in seinem Meisterwerk, das auch "Malcolm X" heißt, verewigt hat.

Ähnlich wie Malcolm X ist auch Spike Lee ein Hustler, ein Kämpfer, der nicht wie Martin Luther King nur von einem friedlichen Miteinander träumt. Er ist ein Provokateur, spricht die Probleme an und legt den Finger tief in die Wunde. Egal ob in der großen Geschichte von Malcolm X oder in den kleinen Begegnungen zwischen Menschen verschiedener Hautfarben – besonders in New York City, seiner Heimatstadt.

Vor seiner spirituellen Erleuchtung geniesst Malcolm X (Denzel Washington) mit Freund Shorty (Spike Lee) das Leben eines Dandys

Vor seiner spirituellen Erleuchtung geniesst Malcolm X (Denzel Washington) mit Freund Shorty (Spike Lee) das Leben eines Dandys.

New York City Man


Spike Lee wurde als Shelton Jackson Lee am 20. März 1957 als Sohn einer Kunstlehrerin und eines Jazz-Musikers in Atlanta geboren, die Familie zog nach Brooklyn als er noch ein Kind war. Von Haus aus hat er also einen künstlerischen Background, dazu ist er in zwei vibrierenden Städten der USA groß geworden. Atlanta, ein Zentrum der schwarzen Community, und New York, der Schmelztiegel der USA. Spike Lee gilt heute als der archetypische New Yorker, ist Edelfan der Knicks und Yankees und einer der Regisseure, die das Leben der Stadt am besten einfangen, eben nicht nur der Schwarzen, sondern auch der Hispanos, Juden, Italienern, Iren - und allen miteinander.

In "Jungle Fever" hat ein schwarzer Architekt, gespielt von Wesley Snipes, eine Affäre mit einer Italienerin, gespielt von Annabella Sciorra - wofür sie von ihrem Vater verprügelt wird. In "Do The Right Thing" kommen Italiener und Schwarze in einer kleinen Pizzeria ganz gut miteinander aus, bis ein paar Rap-Fans mit "Fight The Power" von Public Enemy ein politisches Statement setzen wollen und die Lage eskaliert.

Hip Hop ist ein wichtiger emotionaler Träger in Spike Lees Werk, der Aufstieg der schwarzen Musikkultur der Straße und der von Spike Lees Filmen gehen Hand in Hand.

Immer noch Hustler

Mit der Entwicklung New Yorks weg von einer gefährlichen, rauen Metropole hin zu einem modernen Vergnügungspark haben aber auch die Filme von Spike Lee ein bisschen an Schwung und Relevanz verloren. In den vergangenen Jahren gab es eine unnötige Neuverfilmung des südkoreanischen Thrillers "Old Boy", eine One-Man-Broadway-Show mit Boxer Mike Tyson er hat eine klassische griechische Komödie als Musical ins heutige Chicago versetzt. Eines der wenigen Highlights war sein Heist-Film "Inside Man", eine sehr clever erzählte Bank-Überfall-Geschichte mit Denzel Washington, Clive Owen und Jodie Foster. Soziopolitisch aktiv wurde er dann nochmal, als er Regie-Kollege Quentin Tarantino kritisierte für dessen Film "Django Unchained". Der zeige die Sklaverei in den USA als Spaghetti-Western - dabei sei sie ein Holocaust gewesen. Der Hustler ist also immer noch in ihm.

Szene aus: Django Unchained

Szene aus: Django Unchained

Spike Lee, der die "coole Blackness" ins Mainstream-Kino gebracht hat, wird heute 60. In seinen Filmen geht’s oft um kleine Begegnungen zwischen Menschen mit verschiedenen Roots – und damit dann doch wieder ums große Ganze.

Stand: 20.03.2017, 10:00