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In Control: Suzi Analogue

Suzi Analogue

Frauen an den Reglern der Klubmusik

In Control: Suzi Analogue

Von Maike de Buhr

In der Reihe stellen wir euch die spannendsten Produzentinnen aus der elektronischen Klubmusik vor. Seit 15 Jahren produziert Suzi Analogue elektronische Bassmusik für den Club. Ihre Fähigkeiten vermittelt sie in Musikproduktions-Kursen in den USA, den Niederlanden und Uganda. Ihr Label Never Normal Records versteht sie als Plattform für avantgardistische, futuristische Sounds.

Meine Musik ist… elektronische Musik, mit Hip Hop, Soul, Bass, Dance und anderen Einflüssen. Es ist die Musik, mit der aufgewachsen bin.

Wie bist du zur Musik gekommen? Ich habe schon als Kind Musik gemacht. Als ich 15 war, habe ich mir Software gekauft am Computer Beats zu gebastelt, Songs geschrieben. Insgesamt bin ich jetzt also seit über 15 Jahren dabei.

Hast du das Gefühl, in der Musikindustrie benachteiligt zu werden, weil du eine Frau bist? 

Ich fühle mich nicht benachteiligt. Ich denke, dass die Leute langsam erkennen, was Frauen in der Musik erreichen können. Ich bin mir sicher, dass mein Musikwissen und meine Skills respektiert werden. Wenn es Musik und Produktion geht, bin ich sehr versiert. Ich mache das ja quasi schon mein ganzes Leben. Respekt vor dem, was ich mache, ist mir wichtig. Und wenn ich keinen bekomme, bringt mich das auch nicht um den Schlaf.

Wie kann man Frauen in der elektronischen Musik unterstützen?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, Frauen in der Musikindustrie und der Musikproduktion zu unterstützen: Weiterbildung, beispielsweise in speziellen Kursen ist sicherlich das Wichtigste. So gewinnt man mehr Selbstbewusstsein. Dann sollte man natürlich auch Musik von Frauen kaufen, sie für Shows zu buchen, ihre Konzerte zu besuchen. Sie also wirklich zu unterstützen, denn da zählt jeder Cent. Außerdem ist es meiner Meinung nach sehr wichtig, die Musik von Frauen zu teilen. Denn vieles verschwindet einfach in der Versenkung. Männer tendieren dazu, die Musik von ihren Freunden zu teilen und sich gegenseitig zu unterstützen. Frauen machen das nicht so oft, weil die Situation noch neu ist. Wir lernen gerade noch, uns gegenseitig zu unterstützen. Wir brauchen den Support einer ganzen Community, die uns dabei hilft, unsere Musik weiter und weiter zu verbreiten.

Wie findest du All-Woman Releases oder Events?

Ich denke, Veröffentlichungen, auf denen nur weibliche Künstler sind, sind für den Moment ganz gut. Als ich angefangen habe, Musik zu machen, hatte ich keine anderen Frauen, mit denen ich mich connecten konnte. Tokimonsta oder Georgia Anne Muldrow waren die einzigen, die ich zu der Zeit kannte. Es gab kein Online-Netzwerk oder Ähnliches. Jetzt natürlich schon und das ist gut, besonders wenn man gerade anfängt und Selbstbewusstsein gewinnen möchte.

Shows, bei denen nur Frauen spielen sind zwar ganz ok, aber ich denke, es ist besser wenn Frauen und Männer zusammen spielen. Man sollte Frauen nicht in eine Schublade stecken. Alle sollten ohne besondere Erwähnung gemeinsam auftreten, damit es einfach zum Normalzustand wird.

Stand: 15.08.2017, 16:19