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In Control: Lena Willikens

Lena Willikens

Frauen an den Reglern der Klubmusik

In Control: Lena Willikens

Von Maike de Buhr

In der Reihe "In Control" stellen wir euch die spannendsten Produzentinnen aus der elektronischen Klubmusik vor. Lena Willikens eigenständiger, perkussiver Sound hat sie zur international gefragten DJ und Produzentin gemacht. Begonnen hat sie als Resident im Düsseldorfer Club Salon des Amateurs. Heute reist sie mit avantgardistischen Dancefloor-Sounds durch die Clubs dieser Welt. 

Im letzten Jahr hat sie das Klubkulturmagazin Resident Advisor unter die 100 besten DJs gewählt. Eine Auszeichnung, die Lena Willikens gefreut und gleichzeitig verwundert hat, da Frauen doch selten in diesen Listen vertreten sind:

Lena Willikens: "Das ist leider wirklich so, ich glaube in dieser Top 100 Liste waren acht oder neun Frauen dabei. Das ist natürlich ein Zustand, den man schnellstmöglich ändern sollte. Allerdings ist mir auch aufgefallen, dass Booker, Promoter und Festivalveranstalter sich dieser Ungleichheit bewusst sind und auch was dagegen tun."

Lena Willikens hat ihre Musikkarriere in Düsseldorf gestartet. Platten gesammelt hat sie schon immer. Der Sound der Stadt hat sie dabei in ihrer musikalischen Entwicklung beeinflusst.

Lena Willikens: "Mitunter war die Verbindung von Düsseldorf und Kraftwerk nicht ganz unschuldig daran. Ich habe nicht direkt bei der elektronischen Tanzmusik angefangen, sondern über den Umweg der elektronischen Krautrock-Szene. Mich hat auch die Musikgeschichte Düsseldorfs interessiert. Und dann habe ich angefangen, meine ganzen Platten in den Salon mitzunehmen. Ich konnte natürlich noch überhaupt nicht mixen, aber das war mir auch damals nicht so wichtig."

Die Partys wurden erfolgreicher. Lena Willikens Fähigkeiten an den Plattentellern wuchsen. Die Entscheidung, selber zu produzieren, war der nächste logische Schritt. In ihren Remixen und Tracks verwendet sie gerne Klänge und Rhythmen, die für sie bisher unbekannt waren, dazu verspielte Effekte und eher exotische, elektronische Instrumente. In "Mari Ori" auf ihrer Debüt-EP "Phantom Delia" beispielsweise das berührungslos gespielte Theremin. Ihr musikalisches Zuhause hat Lena bei Cómeme gefunden, dem Künstler-Kollektiv und Label um Matias Aguayo.

Stand: 18.08.2017, 17:05