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Die Geburt des Asian Underground

Asian Dub Foundation stehen an einer Wand

London is the Place for me

Die Geburt des Asian Underground

Die Musik des Asian Underground war eine musikalische Revolution in England. Die Kinder der Einwanderer aus Indien und Pakistan hatten mit politischen Bands wie Asian Dub Foundation und mit der neuen Musikästhetik eines Talvin Singh zwischen Tabla und Drum n Bass das erste Mal eine eigene Identität und einen eigenen Sound.

Die Anfänge

Ziemlich genau 1997. Schon lange tanzen die Kinder der Ex-Pats aus Indien und Pakistan zu Banghra, dem Mix aus Punjab Folk und englischen Discobeats. Aber eine eigene politische Stimme bekommen sie erst mit Politgruppen wie Asian Dub Foundation und ihrem Album R.A.F.I. und mit einer komplett neuen musikalischen Ästhetik durch Tablaspieler Talvin Singh und seine Anokha.

Die Ära

Mitte bis Ende der 90er-Jahre. Großbritannien 1997: In den Charts streiten sich weiße Gitarrenbands um die Britpopkrone und werden vom gerade gewählten Premierminister Tony Blair hofiert. Prinzessin Diana stirbt bei einem Autounfall. Borussia Dortmund wird UEFA Champions League Sieger.

Musik in den Charts

Radiohead mit "Ok Computer". Blur, Oasis, die Spice Girls mit "Spice World" oder No Doubt mit "Don't Speak". In den Clubs wummert Jungle und Drum n Bass.

Der Stil

Es gibt zwei Hauptrichtungen: Asian Dub Foundation und der Agit Prop Rock, angereichert mit den Elementen der pakistanischen und indischen Folkkultur. Tablas über verhallten Reggaegitarren, schwere Dubbässe. Noisey und Einflüsse aus Punk und Post-Punk. Und die elektronsiche Seite - angestoßen und definiert durch Talvin Singh, mit einer riesigen Schar an aus dem Boden schießenden Gruppen. Alle nutzen die Möglchkeiten der Elektornik. Drum n Bass sind die besten musikalischen Gleitmittel für Badmarsh & Shri und ihre Ex-at-Kollegen, um klassische indische Musik und Dhol-Drums und Folk-Melodien einzuweben.

Der Name

Den brachte Talvin Singh ins Spiel. In London geboren als Sohn indischer Eltern geht er im Alter von 15 Jahren nach Indien und lernt dort das klassisches Tablaspiel. Später begründet er im Londoner Blue Note Club immer Montags die Anokha-Clubnächte: "Das war einfach Fun. Wir kamen morgens um fünf auf die Bühne und mixten Platten - asiatische mit einem HipHop-Beat. Und dann wurde das plötzlich richtig hip und angesagt." Der Fun lohnt sich. David Bowie schaut vorbei und auch Björk, mit der Talvin Singh später Songs aufnimmt, aber auch Jazzer wie Cleveland Watkiss. Die Anokha-Nächte werden Kult. Und Talvin Singh bringt mit der Compilation "Anokha the Sound of the Asian Underground" die stilprägende Compilation heraus. Drum n Bass trifft Electronica.

Die Künstler

Bally Sagoo, von Banghra zu Asian Dub
State of Bengal, DJ mit Bangladesh Roots
Transglobal Underground, Pioniere und Vorläufer
Fun-Da-Mental, East West Fusion
Black Star Liner, Dub Dance & Sitar
Badmarsh & Shri, Electronic Trip-Hop-Duo
Joi, einst Duo aus Brüdern, die geschickt Elektronik mit Folk verbanden

Die Clubs

Blue Note Club, denn Jazz ist Grundlage für die Anokha-Nacht. Das ist keine zufällige Verbindung. Inzwischen gibt es Asian Underground Sounds in vielen Stadtteilen mit indo-pakistanischer Bevölkerung.

Zitat

"Als Asiate bist du in der britischen Gesellschaft ein totaler Alien. Ein Fremdkörper. Um mich herum in der Schule war alles britisch und weiß. Die ganze Kultur. Meine Kultur bedeutete nichts, die englische alles. Alles war pur Englisch. The West is the Best. Und der British Way of Life ist das Beste des Westens. So wurde ich groß. Und die indische Kultur wurde als drittklassig angesehen." (Bobby Friction, Radiomoderator und Gastgeber der Asian Music Awards)

Asian Underground International

Ein Effekt hatte der sound überraschenderweise auf den amerikanischen HipHop. Zum Beispiel mit Produzent Timberland und Stücken wie "Indian Flute". Und natürlich auch mit Missy Elliot und "Get Ur Freak On":

Unsere Empfehlung

Das Album "Anokha Sounds of the Asian Underground" von Talvin Singh. Ein zeitloser Klassiker mit State of Bengal und "Flight IC 408".

Stand: 10.08.2017, 10:58