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Hymne ans Leben

Larsito

Lost In Sound - "Am Leben"

Hymne ans Leben

Von Manuel Agostinho

Klar, Sommer, Sonne und karibische Vibes blitzen bei Larsito nach wie vor durch. Aber spätestens seitdem der Ex-Drummer von Culcha Candela Solo unterwegs ist, fällt Larsito durch seine Qualitäten beim Songwriting auf. Das gilt natürlich auch für seine Hymne ans Leben.

Lost in Sound: Larsito - "Am Leben"

Funkhaus Europa Lost In Sound | 14.02.2017 | 02:48 Min.

Kannst Du dich noch an den Moment erinnern, in dem der Song entstanden ist?

Larsito: Ich kann mich schon noch erinnern, wie das passiert ist, weil ich bei den Beatgees im Studio war. Mit denen hatte ich auch schon mein erstes Soloalbum komplett gemacht. Der David hatte einen Beat laufen, meistens lass ich dann mein Handy sofort laufen, weil die ersten Ideen bei mir zu 88 Prozent die besten Ideen sind. Und dann kam diese Melodie - nur Leben - mit dem Leben am Ende, weil es so geil geklungen hat. Und dann habe ich später dann noch dieses "Wir sind" eingefügt. Und dann stand der Header schon. Ab und zu passiert es mir, dass Thema und Melodie gleichzeitig rauskommen. Das ist immer cool, wenn das passt. Und das war in dem Fall so.

Der Text besteht aus vielen tollen Zeilen. Was ist deine Lieblingszeile?

Meine Lieblingszeile ist "wenn wir teilen, dann haben wir mehr", weil ich glaube, dass Teilen wichtig ist. Und ich meine nicht nur Facebookvideos teilen, sondern wirklich Echtes teilen. Auch Emotionen und Sachen, einfach, weil es ist immer ein Mehrwert für einen selber ist. Man denkt immer, oder viele Leute denken immer, wenn sie teilen, dann verlieren sie etwas, aber ich glaube, man gewinnt immer etwas, wenn man teilt.

Würdest Du sagen, Songwriting ist eine deiner großen Stärken?

Songwriting an sich ist ein Drama: Du schreibst etwas und denkst: Geil! Aber dann wachst du auf und denkst: So ein Scheiß. Und dann überlegst du noch mal und sagst: Ey, eigentlich doch geil. Also, man durchlebt alles. Es ist ein emotionaler Prozess. Aber ich glaube auch, dass es schon auch irgendwie technisch ist, weil man immer wieder neue Wörter lernt und so weiter. Es ist einfach auch ein Prozess von zerstören und wieder aufbauen. Zerstören und wieder aufbauen. Zerstören und wieder aufbauen. Und irgendwann muss man sich auch zufrieden geben. Und das ist auch die hohe Kunst. Wann gibt man sich zufrieden?!

Wie würdest Du den Sound beschreiben?

Der Sound ist modern, ein bisschen anders als mein Soloalbum. Ein bisschen mehr synthetisch würde ich auch sagen, aber im positiven Sinne meiner Meinung nach. Aber trotzdem noch mit der karibischen Seele so vom Rhythmus her, vom Groove her, weil das ist das, was ich am meisten fühle und wo ich auch am schnellsten einen Zugang finde, so schreiberisch.

Was ist die Botschaft des Songs?

Die große Überschrift ist einfach "Dankbar fürs Leben zu sein" und dafür, dass man lebt, weil ich glaube wir beschäftigen uns mit vielen, gerade hier in der ersten Welt, mit vielen nichtigen Dingen und lassen uns von vielen Kleinigkeiten runterbringen. Wir können leben, wir können unsere Träume verwirklichen, wenn wir dafür arbeiten. Das geht jetzt ein bisschen tiefer, als man bei dem Song vermutet, aber das war so ein bisschen die Ausgangsstimmung. So, dass man einfach mal dankbar dafür sein muss, was man hat.

Stand: 14.02.2017, 16:00