G wie Gutmensch

Kleine Plastikfiguren stehen vor dem aus Scrabblesteinen gebildeten Wort "Gutmensch"

"Wir schaffen das"-Lexikon

G wie Gutmensch

Eine Verunglimpfung für Menschen, die der Meinung sind, dass die Welt ein schönerer Ort ist, wenn man sich gegenseitig hilft, so gut man kann. Als die Willkommenskultur im Sommer 2015 auf dem Höhepunkt war, hatte auch der abwertende Begriff des Gutmenschen Hochkonjunktur. Deshalb wurde es später auch zum Unwort des Jahres 2015 gewählt.

Jury aus Sprachwissenschaftlern zur Begründung: Unwort des Jahres 2015

"Mit dem Vorwurf 'Gutmensch', 'Gutbürger' oder 'Gutmenschentum' werden Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd, als Helfersyndrom oder moralischer Imperialismus diffamiert."

Es ist nicht ganz geklärt, wo der Begriff eigentlich herkommt. Die beliebte Erklärung, dass er ursprünglich aus der Nazi-Zeit stammt, konnten Sprachforscher bisher nicht belegen. Trotzdem ist Gutmensch eine Bezeichnung, die vor allem von Konservativen bis Rechtsextremen benutzt wird, darunter auch Besorgte Bürger wie der Journalist Henryk M. Broder: Er ist einerseits Gründer des Besorgte-Bürger-Blogs "Die Achse des Guten", findet Gutenmenschentum im Rahmen der sogenannten Flüchtlingswelle aber unerträglich.

Henryk M Broder: Flüchtlinge zum Gut-Fühlen

"Es geht vor allem darum, was wir den Menschen antun, um uns zu beweisen, dass wir die Guten sind […]: Wir haben sie unter Vortäuschung falscher Tatsachen hierher geholt, worunter die Selfies der Kanzlerin noch das Harmloseste war."

Aber dass hinter dem Vorwurf des Gutmenschentums wenig Schlagkraft steckt, zeigt schon die Tatsache, dass "Gutmensch" nun mal keine inhaltliche Kritik an einer konkreten Handlung ist, sondern erst mal ein pauschaler Allgemeinplatz.

Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion Katrin Göring-Eckardt: Gerne Gutmensch

"Na, ich bin persönlich ja ganz gerne Gutmensch. Ich schäme mich auch nicht dafür, dass ich ein guter Mensch bin."