Live hören
Jetzt läuft: The tears of a clown von Smokey Robinson & The Miracles

Tote Mädchen lügen nicht

Ein Mädchen steht in einem Flur und schaut in die Weite.

Serien-Tipp

Tote Mädchen lügen nicht

Die Netflix-Serie "Tote Mädchen lügen nicht" ist am 31. März rausgekommen. Für unseren Serienjunkie ist sie schon jetzt die Teenieserie des Jahres.

Serientipp: Tote Mädchen lügen nicht

04:33 Min.

Worum geht es in der Serie "Tote Mädchen lügen nicht"?

Hannah ist tot, sie hat sich das Leben genommen. Während alle an ihrer Schule noch schockiert sind, findet Clay ein Päckchen mit Kassetten auf seiner Veranda. Er hört sich die Kassette an und stellt fest: Hannah hat sie vor ihrem Tod aufgenommen: "Hey, hier ist Hannah. Nimm dir was zu knabbern und mach's dir gemütlich, denn ich werde dir jetzt die Geschichte meines Lebens erzählen, genauer gesagt, warum mein Leben ein Ende fand. Und wenn du das hier hörst, dann bist du einer der Gründe dafür!"

Clay ist also einer der Gründe für Hannahs Tod, meint Hannah. Und ab jetzt wechselt die Story zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit – Zwischen den Trauernden, die Hannahs Stimme von Band hören und versuchen, mit dem Alltag weiter zu machen und die erste Party danach feiern und zwischen Hannahs letzten Tagen im Leben.

Wie findet der Rest der Welt die Serie?

Das Internet tickt aus. Die Serie ist nämlich die Verfilmung eines Jugendbuchs von Jay Asher und das war ein Millionenbestseller. Der Roman ist in vielen Ländern erscheinen und stand fast überall auf der Bestsellerliste – auch in Deutschland. Disney-Popsternchen Selena Gomez hat die Serie mitproduziert. Aber davon sollte sich niemand abschrecken lassen, hier hat sie wirklich etwas Gutes abgeliefert. Außerdem hatte sie Tom McCarthy an ihrer Seite, der Regisseur des Oscar-nominierten Films "Spotlight".

Wie hoch ist der Suchtfaktor?

Der ist wirklich sehr, sehr hoch. Diese Serie hat mich echt berührt. Erst hatte ich solches Mitleid mit Hannah: Die Arme musste erleben, wie einer ihrer besten Freunde in der Schule erzählt, sie sei leicht ins Bett zu bekommen. "Slut Shaming", also sexistische Angriffe auf Frauen, ist in den USA gerade zu einem grausamen Trend geworden. Dafür braucht man auch gar nicht zwingend Social Media. Hannah wird ganz klassisch auf einem Zettel gemobbt, der rumgereicht wird. Dazu kommt: Hannahs beste Freundin will nichts mehr von ihr wissen. Diese Geschehnisse und noch viel Schlimmeres treiben Hannah in den Selbstmord. Beim Anschauen der Serie bin ich dabei, wie Schüler von einer Toten erzählt bekommen, sie seien Schuld an ihrem Tod, das ist kaum zu ertragen. Diese Frage nach Moral und Schuld, die macht diese Serie so teifgründig. Das ist zwar eine Teenie-Serie, aber definitiv nicht nur für Teenies.

Info:

"Tote Mädchen lügen nicht" gibt es bei Netflix. Insgesamt gibt es 13 Folgen und jede ist circa eine Stunde lang.

Stand: 29.03.2017, 11:00