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"Ich habe geweint vor Freude"

Manal al-Sharif

Interview mit Manal al-Sharif

"Ich habe geweint vor Freude"

Von Sabine Rossi

Vor einer Woche hat Saudi-Arabien beschlossen, dass Frauen Auto fahren dürfen. Die Aktivistin Manal Al-Sharif hat lange dafür gekämpft und saß dafür auch im Gefängnis. Im Interview in Cosmo erzählt sie uns von ihren Freudentränen, den Veränderungen in ihrem Land und ihren Wünschen und Forderungen für die Zukunft.

Vor gut einer Woche hat Saudi-Arabien bekannt gegeben, dass Frauen von Juni 2018 an auch in Saudi-Arabien Auto fahren dürfen. Wie hast Du reagiert, als Du davon erfahren hast?

Manal al-Sharif: Ich war in Sydney. Als ich die Nachricht gehört habe, habe ich geweint vor Freude. Ich konnte es nicht glauben. Wir haben 27 Jahre gekämpft, eigentlich für eine Kleinigkeit: für das Recht, uns selbst fortzubewegen. Deshalb konnten wir es nicht glauben, dass das jetzt Wirklichkeit ist. Es war ein sehr langer und heftiger Kampf, und wir dachten, wir würden dieses Recht vielleicht erst am letzten Tag unseres Lebens erhalten. Und dann passierte es einfach so. Ganz leicht. Das war eine Überraschung für uns.

Was hast Du dann gemacht?

Ich habe sofort Snapchat geöffnet. Es war fünf Uhr morgens in Australien. Mein Mann schlief. Eigentlich hätte ich am liebsten jemanden umarmt. Stattdessen habe ich gefilmt, wie ich vor Freude weinte. Viele Frauen haben sofort geantwortet. Sie taten dasselbe wie ich, filmten sich, wie sie vor Freude weinten. Tatsächlich kannst Du in Saudi-Arabien als Frau schon jetzt Auto fahren, wenn Du einen Führerschein aus einem anderen Golfstaat besitzt. Gestern ist das passiert. Eine Frau hat ihre Mutter über die Grenze nach Saudi-Arabien gefahren und die Grenzposten haben sie nicht angehalten.

Vertraust Du diesem Wandel? Hältst Du die Reformen für aufrichtig?

Auf jeden Fall. Wir sind in Saudi-Arabien an einen Punkt gekommen, an dem Korruption sehr verbreitet ist und Recht und Gesetz nur wenig zählen. Du brauchst Beziehungen und Vitamin B, wenn Du etwas erreichen willst. Ich wünsche mir deshalb, dass es einen Wandel, ein Umdenken gibt in der obersten Führung in Saudi-Arabien. Ich wünsche mir einen Wandel im politischen System, dass Saudi-Arabien eine konstitutionelle Monarchie wird und keine absolute Monarchie bleibt. Der König und die Regierung sind überfordert. Saudi-Arabien ist kein kleines Land mehr. Es hat inzwischen 23 Millionen Einwohner. Unser Land ist genau so groß wie Westeuropa, und es ist sehr reich. Dieses Land kannst du nicht mehr so regieren, wie früher einen Wüstenstamm oder so, wie du eine Million Menschen regierst. Als Saudi-Arabien 1934 gegründet wurde, hatte es weniger als eine Million Einwohner.

Welches sind Deiner Meinung nach die Gründe für den Wandel jetzt? Geht es um Fortschritt oder sind es auch wirtschaftliche Gründe?

Das ist eine wichtige Frage, und es ist wichtig, den Kronprinzen Mohammed Bin Salman und sein Projekt "Vision 2030" zu erwähnen. Es ist eine Vision für eine nationale und wirtschaftliche Reform. Er hat gesehen, dass die Frauen eben nicht Teil des Fortschritts sind in der jetzigen Gesellschaft. Eines seiner Ziele ist deshalb, dass mehr Frauen arbeiten. Bis zu 30 Prozent der Mitarbeiter sollen Frauen sein – in der Privatwirtschaft und im Staatsdienst. Im Moment sind lediglich 14 Prozent der Beschäftigten Frauen. Gleichzeitig sind mehr als die Hälfte der Studierenden an den Universitäten Frauen; auf den weiterführenden Schulen sogar mehr als 60 Prozent. Doch nach der Ausbildung sitzen diese Frauen zu Hause.

Die Vision 2030 spielt also eine große Rolle. Die zweite wichtige Änderung ist die des Innenministers. Der vorherige Innenminister Mohammed Bin Nayef war dagegen, dass Frauen Auto fahren. Als er abgelöst wurde vom jetzigen jungen Kronprinzen Mohammed Bin Salman – er ist Anfang 30 – hat sich plötzlich viel geändert. Zum Beispiel die Religionspolizei. Sie hatte eine wichtige Rolle und war strikt für das Fahrverbot für Frauen. Der Wechsel des Innenministers war wichtig, denn es liegt in seiner Verantwortung, das Autofahren für Frauen zu erlauben.

Aber auch die Wirtschaft spielt eine Rolle, seit der Ölpreis fällt. Wir können es uns nicht mehr leisten, dass Frauen ausgeschlossen sind und in der zweiten Reihe sitzen. Frauen sollten selbst über ihr Schicksal entscheiden. Sie müssen Teil des Wandels der Gesellschaft sein. Aber ich glaube auch, dass es der internationale Druck war, der letztlich dazu beigetragen hat, das Fahrverbot aufzuheben. Jeder Regierungsvertreter, der Saudi-Arabien verlässt und ins Ausland reist und dort zum Beispiel Politiker trifft, wird gefragt: "Wann dürfen Frauen in Saudi-Arabien Auto fahren?". Auch die ausländischen Medien haben mit ihren Berichten den Druck erhöht. Nichts hat ein schlechteres Bild über Saudi-Arabien geschaffen, als das Fahrverbot für Frauen. Ich glaube, es gab genug Gründe, die für die Frauen sprechen. Ihre Zeit ist gekommen. Und vertrau mir: Die Leute in Saudi-Arabien haben sich gefreut. Sie haben gefeiert. Und viele wollen jetzt so schnell wie möglich Autofahren lernen. Das ist für mich ein Beweis, dass die Menschen in Saudi-Arabien reif für Veränderungen sind. Und es ist ein Zeichen, dass die Regierenden auf das Volk hören und dass sie mit der Unterdrückung aufhören.

In Deinem Buch schreibst Du auch von Deinen Gegnern – Männern wie Frauen. Du schreibst, dass sie gegen Dich sind, weil sie Angst haben. Wovor haben sie denn Angst?

Ich glaube, dass die Angst das größte Hindernis für den Wandel in Saudi-Arabien ist. Was mag wohl passieren, wenn eine Frau am Steuer eines Autos sitzt? Was passiert, wenn wir in Saudi-Arabien Kinos erlauben? Was passiert wohl, wenn wir ein Parlament einführen, ein gewähltes Parlament? Wir haben immer Angst vor dem Unbekannten. Aber wir können doch alle lernen. Wenn wir auf unserem Platz verharren, dann wird es keinen Fortschritt geben, keine Entwicklung.

Der triftigste Grund, dass die Fahrerlaubnis für Frauen bekämpft wurde, war also die Angst, was geschieht, wenn Frauen Auto fahren. Deshalb haben Gelehrte die abstrusesten Konsequenzen aufgezählt: Unfruchtbarkeit, uneheliche Kinder, mehr Scheidungen. All das käme auf uns zu, sollte Frauen das Autofahren erlaubt sein. Mit solche Begründungen hatten sowohl Frauen als auch Männer zu kämpfen, wenn sie das Recht eingefordert haben.

In Deinem Buch "Losfahren" beschreiben du sehr eindrücklich Deine Kindheit in einem konservativen Elternhaus in einem ärmlichen Viertel in der Heiligen Stadt Mekka. In der Schule wurde Dir eine strenge, salafistische Auslegung des Islams gelehrt. Du schreibst von Deiner "extremen Zeit", als Du die Zeitschriften Deiner Mutter und die Musikkassetten Deines Bruders verbranntest. Ist dieser "Extremismus" Deinen Eltern manchmal zu weit gegangen?

Meine Eltern waren fromme Muslime. Sie haben gebetet und gefastet und Gott gepriesen. Gleichzeitig haben sie Musik gehört. Mein Vater hat Farid al-Atrash und Umm Kolthoum gehört. Meine Mutter hörte Abdel Halim. In der Schule haben sie uns gesagt, dass Musik haram sei, verboten, und wer Musik höre, schließe einen Pakt mit dem Teufel und seine Ohren würden mit geschmolzenem Eisen gefüllt. In der Schule haben sie uns gesagt, dass wir handeln müssen, wenn wir etwas Falsches sehen – mit Worten, mit Taten oder mit dem Herzen. Wir sind also nach Hause gekommen und haben das unseren Eltern gesagt. Wir haben gesehen, dass sie beten und fasten. Warum hören sie dann Musik, wenn es doch verboten ist?

Meine Generation, also die, die in den 1970ern und 1980ern geboren sind, wurde einer Gehirnwäsche unterzogen durch die Schule und die Erziehung. Fast alles galt als haram. Und bei allem, wo du Zweifel hattest, hast du es lieber gleich gelassen, bevor du es überhaupt verstanden hast – zum Beispiel das Internet oder die Satellitenschüsseln oder die Handys mit Kameras. So haben wir diese extremen Ideen verinnerlicht. Es ist meine Generation, die nach Afghanistan gegangen ist als Kämpfer gegen die sogenannten Ungläubigen, die Sowjets, die damals Krieg in Afghanistan führten. Als diese Kämpfer zurückkamen nach Saudi-Arabien, haben sie gesagt: "Wir hatten Kontakt zu Leuten aus dem Westen. Das sind ungläubige Leute. Wieso sollte ich also Kontakt zu denen haben?"

Gleichzeitig habe ich auf unserem Geld das Bild des Königs gesehen. Wie geht das, wenn Abbildungen von Menschen haram sind? Wir haben mit all diesen Widersprüchen gelebt. Dir wurde gesagt, dass es falsch ist, zeitgleich haben es die Obersten selbst getan. Entweder hast Du es so hingenommen, oder Du hast an ihren Worten gezweifelt. Damit haben wir gelebt.   

In Deinem Buch schreibst Du, wie Du durch das Internet in der Uni eine neue Welt kennengelernt hast. Welche Rolle spielt das Internet für Deine Generation?

Das Internet kam, glaube ich, 1999 nach Saudi-Arabien, und es wurde sehr streng überwacht. Du konntest nicht überall einfach ins Internet. Und trotzdem hat das Internet meinen Horizont erweitert. Vorher lebte ich in einem Land mit zwei Fernsehkanälen. Irgendwann hatten wir eine Satellitenschüssel und ein paar mehr Programme. Gleichzeitig tobte ein Kampf gegen die Satellitenschüsseln. Auch auf Bücher gab es eine Zensur und Überwachung. Alle Bücher, die nicht mit dem strengen Wahabismus oder dem Salafismus übereinstimmten, durften nicht nach Saudi-Arabien geliefert werden. Im Internet hattest du auf einmal Zugang zu all den verbotenen Büchern, die man in Europa einfach legal herunterladen kann. Wir hatten Zugang zu Wissen, das vorher versperrt war. Und Wissen ist eine gefährliche Waffe. Es gibt dir Kraft, wenn du andere Meinungen kennst von anderen Religionsgelehrten. Sogar, was das Autofahren angeht. In den 1990ern gab es eine Fatwa von Ibn Baz (Anm: Ibn Baz ist ein extremistischer, saudischer Imam) und es gab eine andere Fatwa, ein Rechtsgutachten der Azhar-Universität in Ägypten. Wir aber kannten nur eine Fatwa. Die, die wir gehört hatten und die das sagte, was die Regierung wollte, nämlich dass Frauen das Autofahren verboten ist. Und plötzlich merkst du, dass du all die Jahre nur eine Seite des Islam kanntest, eine Seite der theologischen Erläuterungen.

Als ich Dein Buch gelesen habe, hatte ich den Eindruck, dass der Weg gerade dorthin geführt hat, dass Du Aktivistin wurdest, weil Du oft keine andere Entscheidungsmöglichkeit hattest?

Es war ein langer Weg. Wann immer ich etwas als falsch empfunden habe oder als Unrecht, bin ich nicht still geblieben, sondern habe gesprochen. Deshalb haben sie mich troublemaker genannt, die, die immer Probleme bereitet. Schon als Kind habe ich gemerkt, dass in unserer Gesellschaft etwas falsch ist. Wann immer ich meine Großmutter im Dorf im Tal besucht habe, habe ich gesehen, wie einfach und natürlich ihr Leben ist. Es gab keine Beschränkungen. Es war einfach normal, das Haus zu verlassen, mal keine Abaya, das Gewand für die Frauen zu tragen. Genauso normal war es, mit den Nachbarn zu reden und auf der Straße zu laufen. Zurück in Mekka war alles verboten, nicht einmal die Fenster konnten wir öffnen. Wir durften das Haus nicht verlassen und schon gar nicht mit den Nachbarn reden. Im mir drin hatte ich schon den Drang zur Revolte. Nur weil ich ein Mädchen bin, sollte ich nicht auf der Treppe springen. Nur weil ich ein Mädchen bin, durfte ich nicht auf die Straße. Nur weil ich ein Mädchen bin! Bald hatte ich ein Problem damit, dass ich ein Mädchen bin!

Während der Pubertät suchen wir alle nach unserer Identität. Meine Entwicklung in Saudi-Arabien war geprägt von der Alwalaa und Albara, der streng islamistischen Ideologie in der Moschee, auf der Straße, auf dem Markt. Dieser Ideologie zu glauben, hieß, dass alles aus dem Westen schlecht ist. Dass nur wir richtig sind und alle anderen falsch und dass nur wir ins Paradies kommen werden.

Als ich älter wurde, habe ich im Internet und durch die Leute, mit denen ich in Dschidda studiert habe, etwas anderes gelernt. Dschidda ist eine sehr offene Stadt, nicht zu vergleichen mit dem konservativen Mekka. Dort habe ich gemerkt, dass etwas falsch ist und dass sich etwas ändern muss. Das war noch einmal stärker, als ich anfing zu arbeiten und nachdem ich mich von der Religion befreit hatte und finanziell unabhängig war. Beim saudischen Konzern Aramco habe ich zum ersten Mal mit Männern zusammengearbeitet. Auf einmal habe ich gemerkt, dass Männer mehr Rechte hatten als ich. Es gab extra Gesetze für Frauen. Das hat mich wütend gemacht. Und das hat mich gegen dieses System aufstehen lassen.

Wofür steht das Recht, Auto fahren zu dürfen? Warum ist das so wichtig?

Gegenfrage: Warum nicht das Autofahren? Das Autofahren berührt jede saudische Frau. Wir haben keine öffentlichen Verkehrsmittel wie Busse oder Bahnen. Das Autofahren ist so wichtig, damit Frauen überhaupt zur Arbeit kommen. Als ich gearbeitet habe, war eines der größten Probleme, dass ich einfach nicht zur Arbeit kam. Ich habe so viel Zeit verschwendet und Geld ausgegeben, während es nicht in meiner Macht stand, einfach ein Auto zu fahren. Das Autofahren berührt jede Frau, jede Familie in Saudi-Arabien und das jeden Tag. Sich fortzubewegen und von A nach B zu kommen, ist ein Menschenrecht. Das haben die Vereinten Nationen festgelegt. Ein weiteres Recht ist das Recht auf Arbeit, um dann ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Wie soll das gehen? Wie soll ich mein Leben führen, wenn ich nicht einmal mein Auto fahren darf? In Saudi-Arabien unterstehen Frauen einem männlichen Vormund. Dieses System kennt keine Altersgrenze. Du wirst einfach nicht selbständig. Das ist ein großes Problem und dagegen kämpfen wir. Die Kampagne "#IamMyOwnGuardian" gibt es seit 400 Tagen. Damit fordern wir ein Ende der männlichen Vormundschaft, damit Frauen endlich selbständig sein dürfen.

Wie sehen deine nächsten Pläne aus?

Ich möchte in meine Heimat zurückkehren. Bisher haben sich meine beiden Söhne nicht getroffen. Ich hätte gerne ein Visum für meinen jüngeren Sohn und später die saudische Staatsbürgerschaft. Und ich würde gerne weitermachen von innen heraus. Ich möchte, dass meine Kinder in Saudi-Arabien groß werden und die Frauen respektieren als Bürgerinnen eines Landes, in dem Männern keine Kontrolle über erwachsene Frauen ausüben. Frauen sollen die Entscheidungen für ihr Leben treffen: wenn sie reisen wollen, wenn sie sich von ihrem Mann trennen wollen, wenn sie einen Gewalttäter anzeigen. Keiner soll mehr das Recht haben, ein Mädchen zu verheiraten. Und wenn eine verurteilte Frau ihre Strafe im Gefängnis abgesessen hat, soll sie das Gefängnis verlassen können, ohne auf die Erlaubnis ihres Vormunds warten zu müssen. Ich wünsche mir, dass Mädchen, die vor einer gewalttätigen Familie weglaufen, nicht wie Gefangene behandelt werden, sondern dass sie Hilfe erhalten, damit sie seelisch gesunden können, eine Ausbildung erhalten und selbständig werden. Die derzeitigen Einrichtungen für diese Mädchen müssen geschlossen werden, denn dort werden Menschenrechte verletzt. Es gibt sehr viel, dass sich in Saudi-Arabien ändern muss. Vor allem muss anerkannt werden, dass Frauen gefördert werden.

Siehst Du, dass es eine Willen zur Veränderung gibt?

Mit der geänderten Erbfolge und Mohammed Bin Salman als Innenminister gibt es große Änderungen und das innerhalb kurzer Zeit. Sport ist für Mädchen seit kurzem an den staatlichen Schulen erlaubt. Die erste Gesandte arbeitet an der saudischen Botschaft in Washington – also die erste Frau. Vor einer Woche wurde die Assistentin eines Bürgermeisters ernannt – eine Frau. Am 30. Oktober sollen in vier großen saudischen Städten Kinos eröffnen. In den 1990er-Jahren hatte man aufgehört, Musiksendungen im Fernsehen zu zeigen. Vor einigem Tagen wurde nun eine Sendung von Umm Kolthoum ausgestrahlt, der berühmten ägyptischen Sängerin. Das hat es 38 Jahre nicht gegeben. Diese Änderungen mögen den Leuten klein und unbedeutend vorkommen, aber sie sind alles andere als klein. Wir hören damit auf, rückwärtsgewandt und im Dunkeln zu leben. Ich bin sehr froh zu erleben, dass der religiöse Eifer, der Hass hervorruft, bald vorbei ist. Die Religion sollte unsere Leben leichter machen nicht schwieriger.

Siehst Du denn Probleme oder Konfrontationen zwischen den Konservativen in der Gesellschaft und denen, die den Wandel wollen?

Wir sind eine muslimische Gesellschaft. Die Konservativen können in Saudi-Arabien leben. Wenn Du konservativ bist, zu Hause bleiben, nicht Auto fahren und keine Musik hören willst, dann geh halt nicht ins Kino. Ich werde nicht kommen und Dich aus Deinem Haus zerren, wenn Du Dich für dieses Leben entschieden hast. Aber verordne als Konservativer nicht auch noch mir Deine persönlichen Ansichten. Wenn ich das anders sehe, dann komm nicht in mein Leben. Das ist mein Problem mit den streng Religiösen. Sie sind streng und orthodox und wollen mir das aufzwingen. Aber ich bin es nicht. Die Freiheit endet, wenn sie die Freiheit des anderen begrenzt. Punkt.

Stand: 09.10.2017, 12:00