Live hören
Jetzt läuft: Lotus eater von Mura Masa

Sonnencreme zerstört Korallen - Hawaii möchte es verbieten

Sonnencreme, Sonnenbrille und Muscheln

Nachhaltigkeit

Sonnencreme zerstört Korallen - Hawaii möchte es verbieten

Unsere Sonnencremes verschmutzen die Meere. Meeresbiologen schätzen, dass sich jährlich 4-6.000 Tonnen Sonnencreme durch Badegäste im Meer lösen. Hawaii möchte ab 2018 chemische Sonnencremes verbieten. Unsere COSMO-Nachhaltigkeitsexpertin Shia Su trägt aber dennoch Sonnenschutz.

Nachhaltigkeit: Sonnencreme zerstört Korallen - Hawaii möchte es verbieten

COSMO | 13.08.2017 | 03:20 Min.

Shia, gibt es denn auch unbedenkliche Sonnencremes?

Ja, die gibt es zum Glück. Das große Problem sind ja die Sonnencremes mit chemischem UV-Filter – also leider der Großteil der Sonnencremes. Die sind darüber hinaus auch für uns Menschen nicht sehr gut, weil sie Allergien auslösen können und Stoffe enthalten, die unseren Hormonhaushalt durcheinander bringen können.

Ja – klingt ganz schön komisch, sich auf der einen Seite zu schützen und gleichzeitig etwas Schädliches zu tun.

Es gibt auch noch Sonnencremes mit physikalischem UV-Filter – das ist meistens Zink- oder Titanoxid. Diese Partikel reflektieren die UV-Strahlen wie ein Spiegel. Das ist dieser typische weiße Film, den einige Sonnencremes auf der Haut hinterlassen und den viele nicht so gerne mögen. Deswegen haben Produzenten sich gedacht, dass sie die Partikel verkleinern. Das sind dann die sogenannten Nanopartikel und die sind ebenfalls bedenklich für uns und für das Meer. Die werden nämlich leicht aufgenommen – sowohl von unserer Haut als auch von Pflanzen und Meeresbewohnern. Die gesamten Auswirkungen sind noch unklar und nicht eingängig genug erforscht worden. Forscher konnten aber schon Beeinträchtigungen in der Entwicklung von Seeigeln, Algen, Fischen und Muscheln nachweisen und haben auch schon an menschlichen Darmkulturen bedenkliche Effekte festgestellt.

Oh je, und welche Sonnencreme ist nun sowohl meeres- als auch menschenfreundlich?

Bio-Sonnencreme mit physikalischen Filter ohne Nanopartikel. Es gibt keine Deklarationspflicht für Nanopartikel. Aber die Hersteller, die keine verwenden, schreiben das auch drauf. Im Internet sind auch immer mal Artikel zu finden, die besagen, dass Pflanzenöle wie Kokos- oder Himbeersamenöl vor Sonnenbrand schützen – das ist aber nicht in Studien untersucht worden. Also, ich persönlich setze auf gesunden Sonnenkonsum: Ich brutzel nicht wie Grillgut, setze eine Cap auf und trage leichte Kleidung als Sonnenschutz – und bei Bedarf noch meine Bio-Sonnencreme. Die lässt mich ein wenig blass aussehen. Aber lieber sehe ich so aus und schone dabei meine Gesundheit, verschmutze nicht die Meere und trage so nicht mehr zur langsamen Weltzerstörung bei.

Stand: 13.08.2017, 15:09