Auf der Suche nach Abgeschiedenheit

Myanmar

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Auf der Suche nach Abgeschiedenheit

Von Teresa Bechtold

Urlaub in Südostasien, aber nicht da, wo alle hinfahren? Dann ist Myanmar ein gutes Reiseziel. Das Nachbarland Thailands wurde bis 2011 von einer Militärdiktatur regiert und vom Rest der Welt abgeschottet. Jetzt wird es langsam von Touristen entdeckt.

Cities - Myanmar

Funkhaus Europa | 14.02.2017 | 10:29 Min.

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Im Zentrum des Landes lockt die uralte Tempelstadt Bagan. Mehr als 2000 buddhistische Tempel und Pagoden gibt es dort, die ältesten sind schon 1000 Jahre alt. Manche Tempel sind klein und erinnern eher an Denkmäler, andere sind riesige Paläste mit mehreren Stockwerken. Auf viele dürfen Touristen drauf klettern und vom Dach die riesige Tempellandschaft bestaunen. Morgens lohnt sich das besonders: Mit dem Sonnenaufgang steigen Heißluftballons in den Himmel auf und schweben über die Tempellandschaft hinweg. Das sieht so schön aus, dass es gänzlich unmöglich ist, kein gelungenes Foto davon zu schießen. 

Myanmar

Etwa acht Stunden Busfahrt von Bagan entfernt liegt der riesige Süßwassersee Inle. Hier lebt die Volksgruppe der Intha in Häusern auf Stelzen auf dem See. Die Intha bewegen sich in Kanus von Haus zu Haus, pflanzen im Wasser Tomaten an und halten sich sogar Schweine in schwimmenden Ställen. Besonders bekannt sind sie für die sogenannten "Einbeinruderer". Das sind Fischer, die auf einem Bein stehend auf ihren Kanus balancieren, während das andere Bein das Ruder bewegt. Auf diese Weise haben die Männer beide Hände frei zum Fischen.

Sowohl am Inlesee als auch in Bagan existiert eine gut ausgebaute touristische Infrastruktur. Das macht sich alleine schon durch die zahlreichen Pizzerien und Burgerläden bemerkbar – Gerichte, die es im übrigen Myanmar sonst nur vereinzelt zu kaufen gibt. Das bedeutet zwar einerseits, dass beide Orte nicht mehr so ursprünglich sind wie andere Gegenden in Myanmar. Andererseits kann man hier komfortabel mit dem Bus oder dem Flugzeug anreisen, hat viele verschiedene Unterkünfte zur Auswahl und kann Kochkurse oder Touren auf dem See buchen.

Wer aber wirklich dahin möchte, wo bisher nur ganz wenige Touristen sind, muss sich in der Regel mit weniger Komfort zufriedengeben. Die Strände und Inseln im Süden von Myanmar zum Beispiel sind rein logistisch gar nicht so einfach zu erreichen. Weil die Straßen dort so schlecht sind, dauert eine Busfahrt von der knapp 900 Kilometer entfernten Metropole Yangon mehr als 24 Stunden. Schneller geht es mit dem Flugzeug, doch selbst das fliegt nur ein paar Mal in der Woche in die abgelegene Region.

Dafür warten mit den Hafenstädten Dawei und Myeik zwei von westlichen Einflüssen beinahe unberührte Orte. Zum Frühstück wird hier eine heiße, scharfe Nudelsuppe gegessen, zum Abendessen gibt es Quallensalat oder eingelegte Teeblätter. Die Unterkünfte sind einfach, die Strände menschenleer und wunderschön. Westliche Touristen werden auf der Straße nicht selten überschwänglich begrüßt, so wenig sind die Einwohner im Süden an den Anblick gewöhnt.

Stand: 14.02.2017, 10:00