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Frag ein Hologramm

Dave Chappelle

Sehenswertes aus Netz und TV

Frag ein Hologramm

Von Emily Thomey

Bald werden wir Hologrammen fragen stellen und uns so an die Vergangenheit erinnern | Def Comedy Jam war die Talentschmiede für afroamerikanische Stand-Up-Comedy und feiert jetzt 25-jähriges Jubiläum | Sehenswertes aus Netz und TV.

Frag ein Hologramm

Die Kurzdokumentation "116 Cameras" zeigt uns das Projekt einer amerikanischen Uni, die Holocaust-Überlebende interviewen und dabei in einem Fernsehstudio von allen Seiten filmen - genau genommen von 116 Kameras. Daraus erstellen sie dann ein Hologramm, so dass Schüler auch in 100 Jahren noch direkt von Überlebenden hören können, wie es war, den Holocaust zu überleben.

Die Idee ist, dass Schüler oder auch andere Menschen nicht nur zuhören, wenn die Überlebenden als Hologramm erzählen, sondern Fragen stellen können, so dass ein Dialog entsteht. Das klingt für uns vielleicht noch ungewohnt, aber nicht mehr lange. Je mehr die Digitalisierung fortschreitet, desto gewöhnlicher wird es auch, dass wir mit Hologrammen sprechen, meint eine Mitarbeiterin des Projekts.

Die Überlebenden, die an dem Projekt teilzunehmen, sind schon über 80 oder 90 Jahre alt. Für Eva Schloss ist die Umgebung im Studio mit all den Kameras und den grünen Wänden zwar merkwürdig, das Erzählen an sich sei aber ihre Rettung gewesen: "Usual twice a week I go out speaking. I said to my daughters who think I don't have to do all this. I need that for my sanity." Ihren Töchtern sagt Eva Schloss, dass sie gerne zweimal die Woche sprechen geht. Sie hat erst 40 Jahre nach dem Krieg angefangen, von ihren Erlebnissen zu  erzählen und gemerkt, wie sehr es hilft, so die Erfahrungen und das Leid hinter sich zu lassen.

Wichtige Witze

Dave Chappelle

Dave Chappelle

Die wichtigste Fernsehshow für afroamerikanische Komiker feiert ihr 25-jähriges Jubiläum. Dafür versammelt die Def Comedy Jam Jubiläumsshow die größten Stars der afroamerikanischen Comedyszene, die quasi alle bei Def Comedy Jam ihre Karriere gestartet haben. Ins Leben gerufen hat sie Russel Simmons. Er hat damit afroamerikanischen Komikern im Fernsehen eine Bühne geboten, was sie so vorher nicht hatten. Für die Jubiläumsshow kommen jetzt all seine Ziehkinder zusammen - die größten Stars der afroamerikanischen Comedy-Szene und Urgesteine wie Martin Lawrence, Chris Rock oder Sheryl Underwood.

Es gibt Zusammenschnitte aus den besten Gags, einen Galaabend, bei dem jeder mal auf die Bühne darf und alle feiern sich gegenseitig. Ein ganz normaler Galaabend also - aber die Show macht richtig Spaß und ist ein spannender Trip in die Vergangenheit, denn die lief nicht ohne Kontroversen ab. So sehr sich die Comedians gegenseitig feiern, es wird nicht ausgelassen, dass die Show auch innerhalb der schwarzen Community nicht nur Fans hatte, erzählt der Journalist Nelson George: "Many people who were part of the civil rights movement couldn't stand a Def Comedy Jam because they felt like this was pulling black people back. We're trying to advance our civil rights agenda, our national agenda and having niggas on camera going motherfucka and acting like they were fucking people all the time was not part of their agenda." Vor allem Bürgerrechtsaktivisten fanden die Show zu vulgär, ihnen wurde zu viel geflucht.

Gleichzeitig konnten hier Afroamerikaner ohne Angst ihre Geschichten erzählen und sich so ausdrücken, wie es ihnen passt, sagt auch der südafrikanische Comedystar Trevor Noah: "It was fearless and it was boundless. And it was an injection that completely changed how I and many other comedians in Southafrica saw stand-up comedy." Wie Noah sind unzählige Komiker weltweit davon infiziert worden, so wichtig, einzigartig und revolutionär war die Def Comedy Jam Fernsehshow.

Stand: 04.10.2017, 11:00