Der anatolische Panther

Buntes Buchcover mit Schriftzug.

Buchtipp

Der anatolische Panther

Heftig, ehrlich und ohne Tabus: Der Thriller "Der anatolische Panther" von André Pilz begleitet den sympathischen Underdog Tarik auf einer atemlosen Verfolgungsjagd. Lina Kokaly hat das Buch gelesen.

Worum geht es in "Der anatolische Panther"?

Es geht um Tarik, der zusammen mit seinem dementen Opa in München lebt. Früher war er mal einkleiner Star in der Fußballbundesliga. Aber das ist vorbei. Inzwischen wird er zwar noch auf der Straße erkannt, hat aber nicht genug Geld für die Miete. Aber er ist glücklich: Er ist verliebt in eine Medizinstudentin und er hat gute Freunde, mit denen er Party macht. Allerdings hat er schon mal gedealt und geklaut und ist deswegen auf Bewährung. Dann will die Polizei von ihm, dass er sich in das Umfeld eines Hasspredigers einschleicht. Sie glauben, dass in der Moschee in der Nachbarschaft ein Terroranschlag geplant wird. Doch etwas läuft schief und Tarik muss fliehen.

Was macht diesen Thriller besonders?

Es gibt zu wenig deutsche Geschichten, die ganz unten spielen, findet Lina Kokaly, denn die deutsche Gegenwartsliteratur dreht sich häufig um Ärzte und Professoren. Dieses Buch ist anders: Der Held ist ein Deutsch-Türke, ein gläubiger Moslem. Und der ist nicht perfekt, aber trotzdem ein guter Kerl.

Der Stil des Buches orientiert sich daran, wie sich Menschen wirklich unterhalten - so hart, wie es zu den Figuren passt:

Yiannis steht vorm Block wie ein Krieger. Breitbeinig, reißt sich das T-Shirt vom Leib. Entblößt seinen wild behaarten Oberkörper. Breitet seine Arme aus und wedelt mit dem Shirt, als wolle er ein Flugzeug herbei winken. "Deutschland, ich fick dich, du hässliche, fette Hure." Der Mann schließt das Fenster, flucht: "Lieber ne Hure, die reich ist, als ein sterbender Mann der arm ist."

Titel: Der anatolische Panther
Autor: André Pilz
Verlag: Haymon Verlag
Seiten: 448 Seiten
Preisempfehlung: EUR 12,95

Stand: 25.09.2016, 13:30