Eklipse und der Riss im Morgen

Personenwaage

1LIVE Shortstory

Eklipse und der Riss im Morgen

Von Cornelia Travnicek

"Eklipse" , eine Kurzgeschichte über eine junge Frau namens Anuschka und ihre neue Waage, die leider nicht genau genug wiegt. "Der Riss im Morgen", die zweite Geschichte, erzählt von einem Jungen, der davon träumt, seinen Held Pablo Escobar nachzuahmen.

Eklipse

Unter dem Sofa hat Anuschka eine neue Waage stehen, aus Glas und Edelstahl. Sieben Funktionen sind abgespeichert, Gewicht, Fettanteil, Wasser, Knochen, Muskeln, Idealgewicht, BMI. Anuschka rasiert sich die Armhärchen, schneidet ihre Fingernägel, geht auf Toilette. Doch die Waage geht nur auf hundert Gramm genau. Keine neuen Zahlen für ihr Notizheft. Der Kaffee, den sie trinkt, ist schwarz und stark. Alles Gewöhnungssache, wie die Großmutter immer sagte.

Der Riss im Morgen

Eine Kindheit ohne schädliches Fernsehen, eine Jugend ohne Modewahn - und ohne Freunde. Eine Mutter, die auch noch die eigene Lehrerin ist. Sein Held ist Pablo Escobar, der Drogenboss, der auch Krankenhäuser baute, Kopfgeld für getötete Polizisten zahlte und selbst erschossen wurde. In den Stiefeln sterben, wie im Western, das hat schon was. Und dabei die Welt erschüttern.

Cornelia Travnicek, geboren 1987 im österreichischen St. Pölten, studierte Sinologie und Informatik. Ihr Prosa-Debüt „Aurora Borealis“ erschien 2008. Neben dem Schreiben arbeitet sie beim „Zentrum für Virtual Reality und Visualisierung“ in Wien.

„Eklipse“ und „Der Riss im Morgen“ sind im Erzählband „Fütter mich“ von Cornelia Travnicek erschienen (Haymon Verlag).

Reinhören: Eklipse + Der Riss im Morgen

1LIVE Shortstory | 12.10.2017 | 02:05 Min.

Ausstrahlung: 12. Oktober 2017
Gelesen von: Annika Schilling und Jonas Baeck
Regie: Susanne Krings
Länge: ca. 56 Minuten
Produktion: WDR 2017
Redaktion: Natalie Szallies

Stand: 28.08.2017, 09:37