Protest gegen AfD in Schule -Polizei schritt ein

Schüler protestieren gegen AfD

Protest gegen AfD in Schule -Polizei schritt ein

In Hagen haben am Dienstagabend (19.01.2016) Schüler des Ricarda-Huch-Gymnasiums gegen eine Veranstaltung der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) protestiert. Dabei waren auch Mitglieder anderer Parteien und Vertreter von Ausländer-Organisationen. Die Polizei hatte vorsorglich mehrere Streifenwagen-Besatzungen geschickt. Vor Beginn der Veranstaltung wurden die Beamten handgreiflich.

Eine Gruppe jugendlicher Demonstranten hatte mit einem Transparent den Eingang zum Ricarda-Huch-Gymnasium versperrt. Dort hatte die Stadt Hagen der AfD die Aula für den Vortrag ihres Bundesvorstandsmitglieds, Georg Pazderski, vermietet. Die Schulpflegschaft sieht durch den Auftritt der Partei den guten Ruf ihres Gymnasiums gefährdet. Die Ricarda-Huch-Schule wurde schon vor zwanzig Jahren als „Schule ohne Rassimus“ ausgezeichnet und will in Kürze eine zweite Flüchtlingsklasse einrichten. In einer solchen Umgebung habe die AfD mit ihren teilweise rechtspopulistischen Tendenzen nichts zu suchen.

„Verhöhnung des Erbes von Ricarda Huch“

Das meinen neben den Schülern auch der DGB in Hagen sowie die CDU-Bundestagsabgeordnete Cemile Giousouf. Sie erklärt: „Eine Verhöhnung des Erbes von Ricarda Huch stellt die Vermietung der Aula an die AfD Hagen dar.“ Die deutsche Schriftstellerin, Philosophin und Historikerin Ricarda Huch hatte sich gegen das menschenverachtende Gedankengut des Nationalsozialismus gestellt.

Schüler protestieren gegen AfD

Seit 20 Jahren "Schule ohne Rassismus"

Auch bei der Hagener SPD stößt die Vermietung der Aula an die AfD auf „großes Befremden“. Denn Oberbürgermeister Erik Schulz hatte erst kürzlich der Partei die Veranstaltung mit dem umstrittenen AfD-Landesvorsitzenden Marcus Pretzell in genau dieser Aula ausgeredet. Der Ersatz-Gastredner, AfD-Bundesvorstandsmitglied Georg Pazderski, durfte jedoch am Dienstagabend (19.01.2016) dort auftreten. Bei der Stadt heißt es dazu: Alle genehmigten politischen Parteien, die städtische Räumlichkeiten anmieten wollen, müssten gleich behandelt werden. So auch die AfD, die im Hagener Rat drei Sitze hat.

Stand: 20.01.2016, 07:03

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