Polizist erschießt Messerangreifer

Polizist erschießt Mann in Polizeipräsidium

Streit im Polizeipräsidium Oberhausen

Polizist erschießt Messerangreifer

Von Olaf Biernat

Im Oberhausener Polizeipräsidium hat ein Beamter einen Messerangreifer erschossen. Zuvor war es offenbar zu einer Auseinandersetzung unter zwei Personen im Vorraum gekommen. Als der Polizist mit einem Messer attackiert wurde, schoss dieser.

Was sich genau am Morgen des 5. August gegen drei Uhr im Oberhausener Polizeipräsidium abgespielt hat, ist immer noch nicht ganz klar. Die Ermittlungen dauern an. Wie ein Sprecher dem WDR mitteilte, seien drei Personen im Vorraum des Präsidiums getrennt voneinander erschienen, in dem sich auch eine Wache befindet. Darunter soll ein Mann im Alter von 21 Jahren mit seiner Freundin gewesen sein. Das Pärchen wollte eine Freundin abholen, die auf der Polizeiwache eine Blutprobe abgeben musste, sowie ein 39-Jähriger. Die beiden Männer seien dann in einen Streit geraten, der 39-Jährige habe ein Messer gezückt und auf den jüngeren Mann eingestochen. Offenbar kannten sich beide Personen nicht. Als die Beamten eingriffen und "Messer weg" riefen, seien auch sie bedroht worden. Auch nach mehrfacher Aufforderung habe der Mann das Messer nicht fallen gelassen und sei auf die Polizisten losgestürmt. Ein 29-jähriger Beamter habe dann mehrfach geschossen. Trotz sofortiger Reanimation sei der Angreifer verstorben. Der 21-Jährige ist mittlerweile außer Lebensgefahr und konnte das Krankenhaus verlassen. Der Polizist wird von einem Seelsorger betreut. Die Obduktion hat mittlerweile ergeben, dass der 39-jährige weder Alkohol noch Drogen zu sich genommen hatte.

Polizisten dürfen nur bei Gefahr gegen Leib und Leben schießen

Polizist erschießt Messerangreifer

Spurensicherung am Oberhausener Polizeipräsidium

Die Kripo aus Essen hat die Ermittlungen als neutrale Behörde übernommen. Auch die Staatsanwaltschaft Duisburg ist eingeschaltet. Sie befragen auch in den kommenden Tagen (Stand: 05.08.2015) noch Tatbeteiligte und Zeugen. Polizisten dürfen laut Polizeigesetz im Dienst schießen, um andere Personen angriffsunfähig zu machen. Ein Schuss, der tödlich wirken wird, ist nur zulässig, wenn es das einzige Mittel ist, eine Lebensgefahr abzuwenden. Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob der Schusswaffengebrauch rechtmäßig war. Konkret heißt das: war der Polizist tatsächlich in einer Not-Situation und musste sein eigenes Leben oder das des 21-Jährigen schützen? Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler hat der 29-jährige Polizeibeamte aus Notwehr gehandelt.

Zwei Menschen starben in 2014 nach Schüssen von Polizisten

22 Mal haben Polizisten in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr im Einsatz gegen Menschen von ihrer Waffe Gebrauch gemacht. In allen Fällen war der Schusswaffengebrauch nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft auch zulässig. 12 Mal schossen die Beamten direkt auf Menschen, zwei Personen starben dabei. Im vergangenen Jahr wurde im August in Goch am Niederrhein in einem Park ein Mann erschossen, der mit einem Messer auf Beamte losgegangen war. In Heinsberg starb im Juni 2014 ein 75 Jahre alter Mann durch einen Schuss aus einer Polizeiwaffe, nachdem er Polizisten mit einem Messer angegriffen und drei Beamte schwer verletzt hatte. Laut Ministerium wurden im vergangenen Jahr zudem sieben Menschen durch Polizeikugeln verletzt. Außerdem schossen Polizisten dreimal auf Gegenstände wie Autos und gaben sieben Warnschüsse ab.

Stand: 05.08.2015, 14:23