Fahndung scheiterte an Technik

Polizeiauto auf dem Boulevard Bielefeld

Übergriffe am Bielefelder Boulevard

Fahndung scheiterte an Technik

Nach den Übergriffen auf dem Bielefelder Boulevard in der Silvesternacht hatte die Polizei mögliche Zeugen um Handyvideos und -fotos gebeten - jetzt wird bekannt: Weil die nötige Technik fehlte, konnte man der Polizei online gar keine Fotos und Videos schicken. Zumindest bislang ...

Die Bielefelder Polizei bestätigte dem WDR die Probleme wegen unzureichender Technik.

Amtsgang statt Upload

Wie das "Westfalen-Blatt" berichtet hatte, mussten Zeugen ihre Fotos und Videos persönlich zur Polizei bringen, anstatt sie einfach hochzuladen. Das tat aber bislang kein einziger Bürger. Und es kommt noch schlimmer.

Unterstützung abgelehnt

Die Polizei Bielefeld bat das NRW-Innenministerium in der Sache um technische Hilfe, fragte dort an, ob sie einen BKA-Internetserver nutzen dürfe - dieses Ansinnen wurde jedoch zurückgewiesen. Und das Ministerium untersagte den Bielefeldern auch die Nutzung eines kommerziellen Servers. Ähnlichen Anfragen der Kölner und Düsseldorfer Behörden gab es allerdings statt. Mit dem Ergebnis, dass Zeugen der Silvester-Übergriffe von Köln und Düsseldorf offizielle Upload-Links zur Verfügung standen, Bielefelder Bürgern aber nicht.

Überraschende Wende

Heute (20.01.2016) - nach den Anfragen des WDR bei Polizei und Ministerium - lenkte Düsseldorf anscheinend ein. Plötzlich ist nun ein Upload-Link (siehe unten) für Boulevard-Zeugen eingerichtet worden, der über einen BKA-Server läuft. Die Polizei in Bielefeld erklärte, sie "schöpfe" nun "alle kriminalistischen Möglichkeiten aus" und setze die "Ermittlungen mit Hochdruck" fort.

Vorwürfe zurückgewiesen

Den Vorwurf, das Innenministerium habe der Bielefelder Behörde in Sachen Upload-Möglichkeit nicht geholfen, relativierte es im Gespräch mit dem WDR. Man habe nicht abgelehnt, sondern nur Bedenken geäußert. Das Hinweisportal beim BKA würde nur für besondere Zwecke, wie beispielsweise Terrorhinweise, genutzt. Nach den Vorfällen in Köln habe man dann eine Ausnahme gemacht. Diese Ausnahme gelte ab sofort auch für Bielefeld.

Stand: 20.01.2016, 13:48