Nordafrikaner mit falschen Papieren

Polizeiwagen mit offener Tür, vor dem Polizisten und andere Menschen stehen

Razzia in Ahlener Flüchtlingsunterkünften

Nordafrikaner mit falschen Papieren

Am Dienstagmorgen (19.01.2016) hat die Polizei mehr als 150 Bewohner in Flüchtlingsunterkünften in Ahlen überprüft. Die Hälfte der kontrollierten Personen hatte mehrere Ausweis-Papiere bei sich. Auch Taschengeld wurde offenbar mehrfach bezogen.

Bei der Überprüfung wurde die Warendorfer Polizei von Hundertschaften aus Münster und Dortmund unterstützt. Insgesamt waren 400 Polizisten im Einsatz. Ziel der Razzia war es, die Personalien der Bewohner der beiden Flüchtlingsunterkünfte an der Warendorfer und der Hammer Straße festzustellen. Das Ergebnis: Die Hälfte der angetroffenen 150 Nordafrikaner hatte mehrere Ausweis-Papiere bei sich, immer mal mit einem anderen Namen. Damit kassierten sie in unterschiedlichen Einrichtungen offenbar auch mehrmals Taschengeld.

Falsche Papiere erschweren Ermittlungen

Zu sehen sind drei Personen, die vor einem Banner der Polizei NRW sitzen. Ein Namensschild zeigt an, dass die Frau rechts im Bild Petra Schreier heißt.

Landrat Olaf Gericke und Ordungsdezernentin Petra Schreier informierten über den Großeinsatz

Auch eine Verfolgung von Straftaten werde damit schwierig, denn mal werde der Polizei der eine Ausweis gezeigt, mal der andere, so der Landrat des Kreises Warendorf, Olaf Gericke. Kontrolliert wurden vor allem Menschen aus Marokko und Algerien. Vergangene Woche kamen rund 230 Flüchtlinge, überwiegend marokkanischer Herkunft, in die beiden Notunterkünfte des Landes NRW in Ahlen. Allerdings konnte die Polizei bei dem Einsatz am Dienstag nur 150 Menschen überprüfen. 80 von ihnen fehlten. Für Landrat Gericke ein deutlicher Beweis für die Schwachstellen des Registrierungssystems.

Einige Menschen illegal in Ahlen

Das als Flüchtlingsunterkunft genutzte Gebäude der Bodelschwingh-Schule in Ahlen mit Fahne davor

In dieser ehemaligen Schule in Ahlen, die als Notunterkunft dient, gab es Streit

Die Polizei musste seit der Ankunft der neuen Flüchtlinge häufiger zu Straftaten in Ahlen ausrücken. Offenbar wurden sie durch diese Zuwanderer begangen. Unter den teils stark alkoholisierten Neuankömmlingen habe es verbale Streitigkeiten gegeben, aber auch körperliche Übergriffe, sagte die Polizei. Zudem habe es Ladendiebstähle und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz gegeben.

Bei ihren Einsätzen in der vergangenen Woche stellte die Polizei fest, dass sich hier einige Menschen illegal aufhalten. Es gab mehrere Strafanzeigen, eine Person wurde ausgewiesen.

Missbrauch bei der Registrierung möglich

Unterdessen hat die Bezirksregierung in Arnsberg eingeräumt, dass bei der Zentralen Registrierungsstelle für Flüchtlinge am Flughafen Münster-Osnabrück ein Missbrauch bei der Registrierung nicht ausgeschlossen werden kann. Flüchtlinge ohne Papiere könnten sich theoretisch mit falschem Namen und mehrfach registrieren lassen. Denn bis heute werden bei der Erstregistrierung keine Fingerabdrücke genommen. Die Mitarbeiter müssten sich auf die Angaben der Flüchtlinge verlassen, stellt Andreas Düllberg von der Bezirksregierung Arnsberg klar. Ein Fall wie der des in Paris erschossenen Angreifers aus einer Flüchtlingsunterkunft in Recklinghausen soll aber nicht mehr möglich sein. Der Mann hatte sieben verschiedene Identitäten angegeben.

Zwei Flüchtlinge am Flughafen werden registriert. Ein Beamter sitzt am Laptop und schaut auf den Pass.

Noch werden in Greven bei der Erstregistrierung keine Fingerabdrücke genommen

In Herford werden in einem Modellversuch von der kommenden Woche an Fingerabdrücke genommen und allen Behörden per Computer zur Verfügung gestellt. Bei der Registrierungsstelle in Greven werden Flüchtlinge aber noch voraussichtlich bis Anfang März nach den alten Regeln registriert.

Stand: 19.01.2016, 20:00

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