Pegida will am Kölner Hauptbahnhof demonstrieren

Teilnehmer der Kölner Pegida starteten ihre Demonstration vom Ottoplatz vor dem Deutzer Bahnhof und zogen über die Deutzer Brücke zum Roncalliplatz am Dom

Nach Vorfällen in Köln

Pegida will am Kölner Hauptbahnhof demonstrieren

  • Pegida-Demo am Kölner Hauptbahnhof
  • Bündnis "Köln gegen Rechts" kündigt Gegenveranstaltung an
  • Polizei steht unter Druck

Die Vorfälle von Köln polarisieren längst über die Stadtgrenzen hinaus. Die Schärfe in der Flüchtlingsdebatte hat nochmals deutlich zugenommen. In den sozialen Netzwerken entlädt sich seit Tagen jede Menge Hass gegen Ausländer und Flüchtlinge. Es wird polemisiert und in alle Richtungen beleidigt. Und das spielt denjenigen in die Karten, die die Asylpolitik der Kanzlerin schon lange als verfehlt ansehen und die Vorfälle am Kölner Hauptbahnhof als Beweis dafür ansehen. Die Chefin der rechtskonservativen AfD, Frauke Petry, rief der Kanzlerin bei Facebook entgegen: "Ist Ihnen nach der Welle an Straftaten und sexuellen Übergriffen Deutschland nun 'bunt und weltoffen' genug, Frau Merkel?" Und auch die Pegida-Bewegung versucht nun, im Westen wieder Fuß zu fassen.

Pegida-Demo am Kölner Hauptbahnhof

Mit der Ankündigung "Pegida schützt!" hat die fremdenfeindliche Bewegung am Samstag (09.01.2016) ab 14 Uhr zu einer Demonstration vor dem Kölner Hauptbahnhof aufgerufen. Weitere rechte Gruppierungen wie NPD, "Pro Köln", "Pro NRW", "Die Rechte" und Hooligans von Hogesa haben angekündigt, die Versammlung zu unterstützten.

Gegenkundgebung des Bündnisses "Köln gegen Rechts"

Fast zeitgleich wird es am Kölner Hauptbahnhof auch zu einer Gegenveranstaltung kommen. Das Bündnis "Köln gegen Rechts" ruft für 12 Uhr zu einer Gegenkundgebung "gegen Rechtspopulismus" auf. "Pegida instrumentalisiere die Ereignisse der Silvesternacht und wolle unter dem Deckmantel des Schutzes von Frauen Stimmung gegen Migranten machen", erklärte die Sprecherin des NRW-Landesverbandes der Linken, Özlem Demirel. Außerdem hat die Bundesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten einen Flashmob gegen Männergewalt am Bahnhofsvorplatz angekündigt.

Polizei steht unter Druck

"Konfliktpotenzial ist vorhanden", sagte im Vorfeld ein Polizeisprecher dem "Kölner Stadtanzeiger". In einer Pressemitteilung heißt es, die "Polizei Köln bereitet sich intensiv auf den Einsatz vor und führt mit den Versammlungsanmeldern Kooperationsgespräche". Noch immer sind viele Fragen zu den Vorfällen der Silvesternacht offen. Als erste Konsequenz schickte Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Freitag (08.01.2016) den Kölner Polizeipräsidenten Wolfgang Albers in den frühzeitigen Ruhestand. "Meine Entscheidung ist jetzt notwendig, um das Vertrauen der Öffentlichkeit und die Handlungsfähigkeit der Kölner Polizei zurückzugewinnen - auch mit Blick auf drei anstehenden Großveranstaltungen", sagte Jäger. Die Polizei steht also besonders unter Druck.

Stand: 09.01.2016, 06:00