Die Geschichte des WDR Funkhausorchesters - Teil 4

Orchester Hermann Hagestedt

Die Geschichte des WDR Funkhausorchesters - Teil 4

Der Große Sendesaal des WDR-Funkhauses wird 1950 zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt. Der heutige Klaus-von-Bismarck-Saal gilt als akustische Sensation.

Die bisherigen Proben- und Sendearbeiten des WDR-Funkhausorchesters verliefen unter nicht gerade optimalen Bedingungen. Das änderte sich ab 1950, denn seit diesem Zeitpunkt probte das Funkhausorchester nun offiziell in dem neuen – wenn auch noch nicht ganz fertiggestellten –  Kölner Funkhaus. Das am Wallrafplatz zwischen 1948-1952 errichtete Gebäude gehört zu den wichtigsten architektonischen Großprojekten der frühen Nachkriegszeit in der Kölner Innenstadt und stellte seinen Schöpfer, den Architekten Peter Friedrich Schneider vor zwei große Herausforderungen: Standort und Akustik, denn der Platz in der Innenstadt war nur begrenzt und die unmittelbare Nähe zum Dom bedeutete „Lärmbelästigung“ durch Glockengeläut.

Musik der Zeit - 50er: Der große Sendesaal des WDR Funkhauses im Rohbau

Der große Sendesaal des WDR Funkhauses im Rohbau

Schneiders Lösung:  Er bezog die Trümmer des einst am Wallrafplatz stehenden Hotels Monopol in den Bau mit ein und löste das Problem der „Lärmbelästigung“ durch 50 Zentimeter dicke Wände und besondere Platten zur Schallisolierung. Nun war auch das Geläut des „Dicken Pitters“ in den inzwischen acht vorhandenen Sendesälen nicht mehr zu hören. Zum Schluss entstand ein sieben Stockwerke hohes, mit Glasfenstern von Georg Meistermann und Wandmalereien von Anton Wolff verziertes Gebäude mit einer klar strukturierten Fassade und rund 16.000 Quadratmeter Nutzfläche, das als Europas modernstes Sendeanstalt galt.

Funkhaus Wallrafplatz

Der Große Sendesaal war ein Teil von acht Sendesälen und ist heute noch der Proberaum des WDR Funkhausorchesters.  Im August 1950 wurde der von Ludwig Gies entworfene Raum erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Um den gewünschten Nachhall zu erreichen, erhielten die Sessel spezielle Bezugsstoffe und besondere Rückenlehnen. Für die Wände verwendete Gies Hölzer von Birnbäumen, Birke oder Rotbuche und die kunstvoll geschnitzten Abschlusskanten der gestaffelten Wandvorlage tragen entscheidend zur Raumwirkung bei. Als „akustische Sensation“ feierte man die in die Rückwand intergrierte große Klais-Konzertorgel mit flexiblem Spieltisch, vier Manualen und 62 Registern.

Musik der Zeit - 50er: 1956: Gottfried Michael Koenig, die Toningenieure Erhard Hafner und Heinz Schütz sowie Herbert Eimert (v.l.n.r.)

1956: Gottfried Michael Koenig, die Toningenieure Erhard Hafner und Heinz Schütz sowie Herbert Eimert (v.l.n.r.)

Offiziell eröffnet wurde der Große Sendesaal erst am 19.10.1951. Er gehörte zu den ersten großen Konzertsälen in Köln und trägt heute den Namen  Klaus-von-Bismarck-Saal, benannt nach dem ehemaligen Intendanten Klaus von Bismarck. Ausgestattet mit Technik der höchsten Qualität entstehen  hier jährlich zahlreiche Aufnahmen für Radio- und Fernsehprojekte oder für CD-Produktionen und natürlich auch Live-Konzerte mit dem WDR Funkhausorchester. Die Konzerte laufen neuerdings auch live als Internet-Stream, zu finden auf der Seite des WDR Funkhausorchesters.

Einweihung des NWDR-Funkhauses Köln

Bundespräsident Heuss mit Eröffnungsgästen

Bei der Eröffnungsfeier des gesamten Kölner Funkhauses am 21. Juni 1952 war Bundespräsident Theodor Heuss anwesend, lobte das Gebäude - und verwies darauf, dass "der Schall und sein Gesetz" sein eigentlicher Bauherr gewesen seien.

Stand: 17.08.2017, 17:51

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