Die Geschichte des WDR Funkhausorchesters - Teil 6

Franz Marszalek

Die Geschichte des WDR Funkhausorchesters - Teil 6

Franz Marszalek, kam 1949 zum WDR und stand Hermann Hagestedt als Dirigent des WDR Funkhausorchesters tatkräftig zur Seite. Zwanzig Jahre setzte Marszalek Akzente im Bereich der gehobenen Unterhaltungsmusik sowie der Operette.

Ganz besonders lagen ihm jedoch die Werke von Leo Fall und Walter W. Goetze am Herzen. Darüber hinaus kümmerte er sehr intensiv um das Werk seines langjährigen Freundes Eduard Künneke. Auch für das Fernsehen betreute Marszalek die Musikaufnahmen etlicher Operettenproduktionen (darunter  Einspielungen mit Fritz Wunderlich).

Die Zeitschrift Hör Zu betitelte Franz Marszalek als „lebendes Operettenlexikon“. Was nicht verwundern darf, denn er leitete an die 70 Operetten-Aufnahmen und zahlreiche Operetten-Konzerte, wobei allein für den WDR  unzählige Bandaufnahmen entstanden.

Wirft man einen Blick in seine breitgefächerte Diskographie geben sich Gräfin Mariza (Emmerich Kálmán) und Die Rose von Stambul (Robert Stolz) ein Stelldichein, der Karneval in Rom oder Der Zigeunerbaron (beide Johann Strauss, Sohn) und Die Liebe im Dreiklang (Walter W. Goetze) sind genauso zu finden wie die Operetten Gasparone (Carl Millöcker), Die Kaiserin und Der fidele Bauer (beide Leo Fall) oder Die große Sünderin (Eduard Künneke). Leider sind nicht mehr allzu viele Aufnahmen von ihm erhalten, denn etliche Bänder fielen der sogenannten „Löschwut“ zum Opfer. Dennoch findet man vereinzelt Raritäten aus seiner Anfangszeit: So beispielweise  zwischen  1950 und 1960 die für das Label Polydor der Deutschen Grammophon produzierten Operetten-Querschnitte und Komponistenbilder.

Lisa Otto, Vicky Hall, Barry Mcdaniel

Lisa Otto, Vicky Hall, Barry Mcdaniel

Eine kuriose Tatsache am Rande: Dass wir von etlichen Operetten überhaupt Mitschnitte haben, verdanken wir den Fernsehen-Operetten. Für die Musik engagierte man nämlich damals kein Live-Orchester, nein, man bediente sich der gängigen Form das Play-Backs! Marszaleks Einspielungen, die durch natürliche Lebendigkeit und hohe Qualität hervorstechen, gehören auch heute noch zum Repertoire des Rundfunks. Die Sängerin Anny Schlemm schwärmte von Marszalek und nannte ihn den „Karajan der Operette“.

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