Mehr als eine Million Gebete im Netz

Internetseite "amen.de"

Wittener Verlag mit Rekord von betenden Nutzern

Mehr als eine Million Gebete im Netz

Von Matthias Wagner

Beten in der Kirche oder daheim im Bett vorm Schlafengehen? Das geht auch moderner: Ein Wittener Verlag bietet seit drei Jahren eine Internet-Plattform für Online-Gebete. Und dort sind inzwischen mehr als eine Million digitale Ansprachen gen Himmel geschickt worden.

Zum Beten muss man nicht unbedingt in die Kirche gehen. Der Bundes-Verlag in Witten bietet seit drei Jahren ein christliches Online-Portal, auf dem Nutzer um Gebete bitten können. Rund 3.600 registrierte Nutzer können dann auf die Anliegen antworten. Mehr als eine Million Online-Gebete sind so in drei Jahren gen Himmel geschickt worden. Rolf Krüger hat die Plattform ins Leben gerufen, um eine moderne Form der Fürbitte anzubieten. Sie sollte persönlich und sicher sein.

Grafiker aus Wetter nutzt das Portal zum ersten Mal

"amen.de" ist für Menschen wie Wolfgang de Vries. Er hat sich auf dem Weg zur Arbeit bei einem Fahrradunfall die Hand gebrochen. Jetzt bittet er über das Online-Portal um Gebete für eine schnelle Genesung. Der 50-Jährige ist gläubig. Er trifft sich regelmäßig mit Freunden, um über Themen aus der Bibel zu sprechen. Jetzt hofft er auf viele Genesungswünsche: "Es ist schon ungewohnt, weil man ja nicht weiß, wer da zu Hause für mich betet, aber ich hoffe, dass mich viele Christen unterstützen."

Konfession spielt keine Rolle

Die Anliegen können ohne Anmeldung auf der Webseite oder über eine Smartphone-App eingegeben werden. Die Mitarbeiter des Portals verteilen die Anliegen nach einem Sicherheitscheck per E-Mail an mehr als 3.600 Christen, die sich als Beter haben registrieren lassen – völlig unabhängig von ihrer Konfession. "Als Christen glauben wir daran, dass Gott unsere Gebete hört", sagt Initiator und Leiter der Digitalredaktion des SCM-Bundesverlages, Rolf Krüger.

Amen.de ist interaktiv

Auf einer Statusseite können die Hilfesuchenden sehen, wie viele Menschen für ihr Anliegen gebetet haben. Die Beter haben die Möglichkeit, kurze Ermutigungen zu senden, die im Portal angezeigt werden. Die Kommunikation funktioniert in beide Richtungen. Der Autor des Anliegens kann die Beter immer über Veränderungen auf dem Laufenden halten. Die Anmeldung und die Smartphone-App sind kostenlos. Das Angebot finanziert sich aus Spenden.

Anonymität und Sicherheit

Nach Angaben der Betreiber des Portals bleiben sowohl die Hilfesuchenden als auch die Beter anonym. Die Anliegen werden sorgfältig geprüft und erst dann für die Beter freigeschaltet. So soll das Portal vor Missbrauch geschützt werden. "Oft geht es um sehr persönliche Anliegen und sensible Themen. Deshalb sind Sicherheit und Datenschutz sehr wichtig", sagt Rolf Krüger.

Stand: 25.01.2016, 13:13

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