Forschungsarbeit geht nach dem Großbrand an der RWTH Aachen weiter

eine von einem Brand zerstörte Maschinenhalle

Forschungsarbeit geht nach dem Großbrand an der RWTH Aachen weiter

Von Wolfgang Deutz

Eine Woche nach dem Brand im Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der RWTH Aachen blicken die Verantwortlichen der Hochschule optimistisch in die Zukunft. Die Räumlichkeiten waren in der Nacht von Donnerstag auf Freitag vergangener Woche (05.02.2016) komplett niedergebrannt. In der Halle waren die mechanische Werkstatt, die Lehrwerkstatt und die Elektronikwerkstatt des WZL untergebracht gewesen. Der Sachschaden liegt bei schätzungsweise 50 Millionen Euro.

Heute Morgen sind die 800 Mitarbeiter des WZL und angeschlossener Institute darüber informiert worden, wie es mit der Arbeit weitergehen soll. Kurzarbeit für Beschäftigte und Forscher werde es nicht geben, sagte der Kanzler der RWTH-Aachen, Manfred Nettekoven. Forschungsprojekte seien durch den Brand ebenfalls nicht gefährdet. Alle Forschungsarbeiten lägen weiter im Zeitplan.

Suche nach Ersatzflächen und -anlagen

eine abgebrannte Halle an der RWTH

Der Neubau des WZL ist in Planung

Mittlerweile wurde ein Krisenstab gebildet. Seine Aufgabe besteht darin, Ersatzflächen und alternative Anlagen zu finden, um einen lückenlosen Fortgang der Forschung sicherzustellen. Rund 3.500 Quadratmeter werden an Ersatzflächen benötigt, um die Forschungsarbeit weiterführen zu können. Das WZL ist das Herzstück der RWTH-Aachen und wichtiger Baustein des neuen Campus, der derzeit zwischen dem Aachener Westbahnhof und dem Aachener Klinikum entsteht.

Mehrheit aller Forschungsdaten gesichert

Nach Auskunft der RWTH konnten rund 90 Prozent aller Forschungsdaten trotz des verheerenden Brandes gesichert werden. Die Homepage und die IT-Anlage sind mittlerweile wieder in Betrieb. Server und Computer wurden zu Spezialfirmen ins Ruhrgebiet transportiert, um dort gereinigt zu werden. Mittlerweile gibt es den Planungsentwurf für einen Neubau des WZL. Ob das Gebäude an alter Stelle wieder errichtet wird, ist noch unklar. Möglich wäre auch ein Neubau an anderer Stelle, um die Forschungsfläche weiter ausdehnen zu können.

Brandursache weiterhin unklar

Einsatzkräfte der Feuerwehr stehen nach einem Großbrand in der Nacht zuvor neben einer eingestürzten Maschinenhalle der Technischen Hochschule Aachen

Die Suche nach der Brandursache geht weiter

Das WZL-Gebäude, hätte im kommenden Jahr sein 40-jähriges Jubiläum gefeiert. Für viele Mitarbeiter war der Großbrand auch deshalb ein großer Schock. Die Brandursache bleibt weiter unklar. Mitarbeiter des Landeskriminalamtes seien weiter auf der Suche, sagte ein Sprecher der RWTH.

Stand: 11.02.2016, 14:00

Weitere Themen