Was 2017 auf die NRW-Konzerne zukommt

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Was 2017 auf die NRW-Konzerne zukommt

Von Jörg Marksteiner

  • Trend: NRW-Konzerne spalten sich auf
  • Unruhe bei 20.000 Stahlarbeitern
  • Energieversorger versuchen Neustart
  • Sorge vor neuem Stellenabbau

Auf einen harten Kampf stellen sich die rund 20.000 NRW-Stahlarbeiter von Thyssenkrupp ein: Im Mai sollen Details eines neuen Sparkonzepts vorliegen, das auch die Stilllegung einzelner Standorte nicht ausschließt. Gleichzeitig droht eine Fusion mit dem indischen Konkurrenten Tata - und damit wohl der Abschied der Sparte aus dem Essener Traditionskonzern.

"Die Belegschaft ist wütend und verunsichert", warnt Stahl-Betriebsratschef Günter Back. Man werde den Abbau von Arbeitsplätzen nicht tatenlos hinnehmen. In einer Fusion mit Tata sehen die Betriebsräte keinen Sinn: "Warum sollen wir als Europas Nr. 1 beim Stahl mit jemandem zusammengehen, der erhebliche Probleme und Sorgen hat?"

Bewährungsprobe für Energiemultis

Bereits angekündigt ist ein deutlicher Stellenabbau bei Uniper. Die von Eon abgetrennte Kraftwerkssparte will vor allem in der Düsseldorfer Verwaltung Stellen streichen. 5.000 Mitarbeiter hat Uniper deutschlandweit. Kündigungen soll es keine geben.

Wie Eon hat sich auch Konkurrent RWE aufgeteilt: in Sparten für die neue und die alte Energiewelt. "2017 müssen die erstmals zeigen, was das eigentlich gebracht hat", sagt Marc Tüngler vom Aktionärsschützerverein DSW. "Die Probleme sind ja nicht weg, nur weil man sich aufgespalten hat." Vor allem 120 an RWE beteiligte Kommunen hoffen auf den Neustart: Sie brauchen die Dividende für ihre Haushalte.

"Aufspalteritis" bei vielen Firmen

Sich auf ein Geschäft konzentrieren und den Rest abtrennen, verkaufen oder an die Börse bringen - das scheint im Moment ein Trend zu sein. "Da werden wir noch mehr sehen", glaubt Tüngler. Auch der Düsseldorfer Handelsriese Metro teilt sich 2017 auf: in Lebensmittelhandel und Unterhaltungselektronik. Bayer hatte schon vor Jahren mit Lanxess und mit Covestro Teile abgetrennt.

Stand: 28.12.2016, 06:00