Landwirte bei Wolfsabschuss uneins

Landwirte bei Wolfsabschuss uneins

  • Wolfsabschuss unter Landwirten umstritten.
  • Auch Landesjagdverband gegen Abschuss.
  • Naturschützer halten Abschuss für unnötig.

Beim Thema Wolfsabschuss scheiden sich die Geister. Während der Landwirtschaftsverband Westfalen-Lippe für einen beschränkten Abschuss plädiert hat, lehnt der Rheinische Landwirtschafts-Verband die Jagd auf den Wolf ab. Nur verhaltensauffällige Wölfe und solche, die immer wieder Weidetiere bedrohten, sollten abgeschossen werden, forderte der Verband am Mittwoch (09.08.2017). Im Schadensfall müssten die Tierhalter vollständig entschädigt werden.

Mann mit Gewehr für die Jagd

Jagdverbände wollen den Wolf auch in NRW schießen dürfen.

Auch der Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen spricht sich gegen die Jagd auf den Wolf aus und verweist auf die Position des Deutschen Jagdverbandes. Der hatte die Politik aufgefordert, sich mit der wachsenden Wolfspopulation auseinanderzusetzen. Angesichts einer Bestandszunahme um jährlich ein Drittel müssten Sorgen der Menschen ernst genommen werden. Ansonsten schwinde die Akzeptanz für den Wolf. Die angestoßene Debatte über den Wolf in NRW sei wichtig und richtig, stellte der Landesjagdverband fest.

Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel (l.) und Johannes Röring (WLV)

Gutachter Hans-Dieter Pfannenstiel und Johannes Röring (WLV)

Ein vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband und vom Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe beauftragter Gutachter hat sich für einen begrenzten Abschuss von Wölfen zur Regulierung des Bestandes ausgesprochen.

Naturschützer halten Abschuss für unnötig

Wölfe in NRW

Erste Spuren hat der Wolf auch in NRW hinterlassen.

Naturschützer halten eine Regulierung der Wolfspopulation im Gegensatz dazu für unnötig. Die Wiederansiedlung von Wölfen sei vielmehr ein wichtiger Sieg für den Artenschutz. Der Nabu etwa begrüßt die Rückkehr des scheuen Raubtiers in NRW ausdrücklich. Im Monitoring seien seit 2009 insgesamt 18 Wölfe im Land nachgewiesen worden. Es handele sich um durchziehende, nicht sesshafte Einzeltiere. Sieben Mal wurden allein in diesem Jahr bislang Wölfe in NRW gesichtet, zuletzt im Mai. Zwei Fälle von gerissenen Schafen sind bekannt geworden.

Landesregierung setzte auf Wolfsberater

Schäfer mit Herdenschutzhunden

Mit Herdenschutzhunden versuchen viele Schäfer den Wolf fern zu halten.

Nachdem vermehrt Wölfe in Deutschland gesichtet worden waren, hatte das NRW-Umweltministerium zuletzt mit der "Förderrichtlinie Wolf" und dem "Wolfsmanagementplan" dafür gesorgt, dass Entschädigungszahlungen bei Wolfsrissen geregelt sind. Auch ein Netz von Wolfsberatern gibt es in NRW bereits. Gezahlt wird für Tierverluste, Tierarztkosten und Sachschäden. Aus Sicht vieler Landwirte und der Verbände sei das aber keinesfalls ausreichend. Die aktuelle schwarz-gelbe Landesregierung hält die bisherigen Maßnahmen für "unzureichend".

Stand: 09.08.2017, 16:39